Drei Journalisten der Agence France-Presse wurden am Dienstag bei ihrer Berichterstattung über die Spannungen im Dorf Jannatah nahe Bethlehem im besetzten Westjordanland angegriffen. Sie begleiteten einen Besuch israelischer Aktivisten, die Palästinenser unterstützten, welche angaben, von Siedlern belästigt zu werden, welche kürzlich eine Straße blockiert hatten. Nach einer Auseinandersetzung erklärte die israelische Armee das Gebiet zur „militärischen Sperrzone“ und forderte die Journalisten auf, es zu verlassen.
Zwei Fahrzeuge mit Siedlern trafen daraufhin am Ort des Geschehens ein. Journalisten und Aktivisten wurden mit Steinen beworfen, ein Kind schlug einem AFP-Mitarbeiter mit einem Stock aufs Kinn und verletzte ihn leicht. Die beiden Fahrzeuge der Behörde wurden ebenfalls beschädigt; die Heckscheiben wurden eingeschlagen und die Reifen aufgeschlitzt. Auch die Fahrzeuge der Aktivisten wiesen ähnliche Schäden auf.
Eine Kamera, die vorübergehend von einem Soldaten beschlagnahmt wurde
Während der Auseinandersetzungen beschlagnahmte ein israelischer Soldat die Kamera eines Journalisten, gab sie ihm aber später zurück. Die Armee teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Laut Augenzeugenberichten versorgte der Palästinensische Rote Halbmond fünf Verletzte, darunter mindestens einen israelischen Aktivisten, der mit einem palästinensischen Krankenwagen transportiert wurde.
Die israelische Polizei hat Ermittlungen zu den Angriffen und Sachbeschädigungen aufgenommen. Dieser Vorfall verdeutlicht die zunehmenden Risiken für Journalisten, die über das Westjordanland berichten, wo die Gewalt im Zusammenhang mit Siedlern seit Oktober 2023 stark zugenommen hat. Mehr als 500.000 Israelis leben in Siedlungen, die nach internationalem Recht als illegal gelten, neben etwa drei Millionen Palästinensern.
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