UN-Generalsekretär António Guterres und die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric Egger, appellierten am Dienstag dringend an die Verabschiedung internationaler Regeln für autonome Waffensysteme und erklärten, die Welt sei „gefährlich nahe“ daran, eine „moralische rote Linie“ zu überschreiten.
Die Botschaft ist eindeutig: „Wir stehen kurz davor, eine moralische rote Linie zu überschreiten: die autonome Zielerfassung von Menschen durch Maschinen.“ Mit diesen Worten warnten António Guterres und Mirjana Spoljaric Egger die internationale Gemeinschaft in einer gemeinsamen Erklärung vom Dienstag, dem 25. August.
Die beiden Beamten hatten bereits 2023 einen ersten Appell veröffentlicht und die Bundesstaaten aufgefordert, bis zum laufenden Jahr konkrete Verbote und Beschränkungen für diese Technologien umzusetzen. Drei Jahre später bekräftigen sie diesen Appell nun mit, wie sie sagen, „noch größerer Dringlichkeit“, da sie der Ansicht sind, dass sich die Risiken verschärft haben, obwohl ihre grundlegenden Bedenken unverändert geblieben sind.
Autonome Waffensysteme sind Geräte, die Ziele auswählen und Gewalt ohne menschliches Eingreifen anwenden können. Bislang wurde kein Einsatz vollständig autonomer Waffensysteme bestätigt. Der Drohnenkrieg in der Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten haben jedoch den Wettlauf um autonome Militärsysteme beschleunigt und die Befürchtung genährt, dass diese Schwelle bald überschritten sein wird.
Derzeit gibt es kein internationales Abkommen, das diese Waffensysteme regelt, weder autonome noch KI-gesteuerte. Dennoch laufen die Diskussionen seit zehn Jahren. Nach drei weiteren Jahren der Konsultationen sollen die UN-Mitgliedstaaten im November entscheiden, ob sie ernsthafte Verhandlungen über ein verbindliches Abkommen aufnehmen.
Guterres und Spoljaric stellten fest, dass die Wissenschaftler und Ingenieure, die an der Entwicklung dieser Systeme arbeiten, in vielen Fällen selbst Schutzmaßnahmen gefordert haben. „Wenn die Architekten dieser Technologie Grenzen fordern, können es sich die Staaten nicht leisten, passiv zu bleiben“, erklärten sie. Sie riefen die Regierungen zu „politischem Mut“ auf und warnten, dass „fehlendes schnelles und entschlossenes Handeln Menschenleben kosten wird“. Ihr Fazit ist eindeutig: „Innovation muss der Menschheit dienen, nicht sie gefährden.“
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