Die Europäische Kommission möchte einen größeren Anteil der Ersparnisse privater Haushalte in Unternehmen, Innovationen, die Industrie und die Verteidigung des Kontinents lenken. Derzeit befinden sich rund 10 Billionen Euro auf Bankkonten, Sparkonten und in anderen hochliquiden Anlagen, die nur wenig zur direkten Finanzierung der europäischen Wirtschaft beitragen.
Europäische Haushalte sparen mehr als amerikanische, investieren aber deutlich weniger in Finanzmärkte. Laut Europäischer Zentralbank hält sich fast ein Drittel ihres Finanzvermögens in bar oder als Einlagen, verglichen mit etwa einem Zehntel in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus kommt ein erheblicher Teil ihrer Aktieninvestitionen außereuropäischen Unternehmen zugute.
Bis zu 800 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr erforderlich
Die Europäische Union benötigt bis 2030 zusätzliche Investitionen in Höhe von 750 bis 800 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Mittel müssen insbesondere die Energiewende, die Digitalisierung, neue Technologien, die Industrie und die europäischen Verteidigungsfähigkeiten fördern. Da die öffentlichen Haushalte diese Ausgaben nicht allein tragen können, will Brüssel mehr privates Kapital gewinnen.
Die künftige Spar- und Investitionsunion zielt darauf ab, diesen Wandel im Ausgabeverhalten durch vereinfachte Konten, Steuervorteile und Produkte mit geringen Anfangsinvestitionen zu erleichtern. Die Entscheidung über die Anlagen bliebe weiterhin bei den Privatpersonen. Der Erfolg des Projekts hängt jedoch davon ab, ob Finanzinstitute attraktive Lösungen anbieten und gleichzeitig den Sparern die mit Aktienanlagen verbundenen Verlustrisiken verständlich erklären können.
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