MONDE Europa

Sechs EU-Länder wollen kriegsbedingte Ölgewinne besteuern.

Sechs EU-Länder wollen kriegsbedingte Ölgewinne besteuern.
Sechs EU-Länder wollen kriegsbedingte Ölgewinne besteuern.

Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Portugal und Spanien haben einen gemeinsamen Brief an die irische EU-Ratspräsidentschaft geschickt, in dem sie fordern, eine Sondergewinnsteuer auf die Tagesordnung des für nächsten Monat in Dublin geplanten Treffens der Finanzminister zu setzen.

Die durch die militärischen Spannungen im Nahen Osten angeheizten, rasant steigenden Gewinne der großen Ölkonzerne haben sechs Mitgliedstaaten veranlasst, eine koordinierte europäische Antwort zu fordern. Die Finanzminister Deutschlands, Italiens, Österreichs, Polens und Portugals unterzeichneten gemeinsam mit dem spanischen Wirtschaftsminister ein Schreiben an ihren irischen Amtskollegen, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Der Text, dessen vorläufige Fassung der AFP vorliegt, befasst sich direkt mit der Situation der Ölkonzerne: „Ölkonzerne profitieren von einer Gesamtrentabilität und Margen bei Raffinerieprodukten, die den Anstieg der Rohölpreise übersteigen.“ Die Unterzeichner sprechen von „einem der größten Angebotsschocks seit Jahrzehnten“ und wachsender „Unzufriedenheit“ mit den steigenden Lebenshaltungskosten.

Die Gewinne der Energiekonzerne sind seit dem Beginn der Militäroperationen der USA und Israels gegen den Iran im Februar sprunghaft angestiegen, da diese den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus massiv beeinträchtigt haben. Über diese strategische Transitroute wird ein bedeutender Anteil der weltweiten Kohlenwasserstoffexporte transportiert.

In dem Schreiben wird eine Debatte über einen europäischen Rahmen zur Besteuerung von außerordentlichen Gewinnen gefordert und die EU dazu aufgefordert, sich an der 2022 nach Russlands Invasion in der Ukraine eingeführten befristeten Abgabe zu orientieren. Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil bekräftigte, dass Energieunternehmen die Verbraucher in der aktuellen Krise nicht ausnutzen dürften. Ein Sprecher seines Ministeriums stellte klar, dass „übermäßige Krisengewinne an die Verbraucher zurückfließen müssen“.

Die EU hat noch keine Absichtserklärung zur Einführung einer neuen Abgabe abgegeben. Quellen zufolge ist das Schreiben noch nicht finalisiert; Medienberichten zufolge handelt es sich um eine vorläufige Fassung. Politische Differenzen erschweren den Prozess zusätzlich: In Deutschland unterstützt die SPD von Lars Klingbeil die Maßnahme, während die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz sie ablehnt.

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