Alessandro Rapinese, der Bürgermeister von Como, hat ein Fahrradverbot in rund dreißig Straßen der Altstadt der italienischen Stadt ab September angekündigt. Er begründet diese Entscheidung direkt mit einem persönlichen Zusammenstoß mit einem Elektrofahrrad im Juli.
Der Bürgermeister von Como hat einen ganz konkreten Grund für sein Handeln: Er selbst wurde im Juli, kurz nachdem seine Verwaltung über Verkehrsbeschränkungen im Stadtzentrum debattiert hatte, beim Verlassen des Rathauses von einem E-Bike angefahren. Alessandro Rapinese schilderte den Vorfall in einem seiner Online-Videos, die er unter dem Namen RapiNews24 veröffentlicht. „Ich bin nicht einmal ins Krankenhaus gekommen“, erklärte er. „Ich wurde von einem Fahrrad umgefahren. Ich habe Informationen gesammelt, und daraus ist die Maßnahme entstanden.“
Der in den Zusammenstoß verwickelte Radfahrer wurde noch nicht identifiziert. Rapinese begründete seine Entscheidung gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit einer klaren Aussage: „Die Menschen handeln gemäß ihren eigenen Erfahrungen, und ich weiß, wie es ist, von einem dieser Ungetüme angefahren zu werden.“
Konkret bedeutet dies ab September, dass Radfahrer in einem Gebiet von etwa dreißig Straßen absteigen müssen. Das Verbot gilt sowohl für Elektrofahrräder als auch für herkömmliche Fahrräder, da die italienische Straßenverkehrsordnung keinen Unterschied zwischen beiden macht. Die betroffenen Straßen gehören zu den breitesten in der Altstadt und werden stark frequentiert, insbesondere von Lieferfahrern.
Diese Maßnahme ist Teil umfassenderer neuer Verkehrsregelungen, darunter die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone (LTZ) zur Steuerung des Touristenandrangs. Bestimmte Fahrzeuge benötigen eine Jahresgenehmigung und müssen eine Tagesgebühr von 3 € entrichten, um in die Innenstadt zu fahren. Lieferungen an Geschäfte und Restaurants sind nur zwischen 6:00 und 23:00 Uhr gestattet, und Hotelgäste dürfen die Innenstadt nur dann mit dem Auto erreichen, wenn ihre Unterkunft über einen Parkplatz verfügt.
Die Entscheidung hat heftigen Widerstand in der Bevölkerung ausgelöst. Eine Online-Petition gegen den Beschluss wurde gestartet. Der Bürgerverein Civitas Como hat die Rechtmäßigkeit des Verbots infrage gestellt und es als „fragwürdig und verfehlt“ bezeichnet. Der Verein Nova Como hat für den 12. September eine Protest-Fahrradtour organisiert.
Como ist nicht die erste italienische Stadt, die das Radfahren in ihren historischen Vierteln einschränkt: In Palermo gelten bereits seit 2023 Beschränkungen auf bestimmten Abschnitten der Hauptverkehrsstraßen. In ganz Europa haben mehrere Kommunen, darunter auch einige in Großbritannien, die Nutzung von E-Bikes und anderen persönlichen Mobilitätshilfen reguliert. Paris verbot 2023 E-Scooter-Sharing und verschärfte kürzlich die Sicherheitsbestimmungen für deren Nutzer.
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