Mohammed bin Salman beginnt am Sonntag, dem 23. August, einen zweitägigen offiziellen Besuch in Paris. Der saudische Kronprinz wird vor dem Hintergrund besonders angespannter regionaler Verhältnisse mit Emmanuel Macron und anschließend mit Sébastien Lecornu zusammentreffen. Diplomatie, Energie und Investitionen stehen im Mittelpunkt dieser Reise, die von Frankreichs Bestreben geprägt ist, die Beziehungen zu Riad weiter zu stärken.
Mohammed bin Salman wird voraussichtlich am Sonntag gemeinsam mit Emmanuel Macron an einer ersten Sitzung zur französisch-saudischen Partnerschaft teilnehmen, bevor er abends die Abschlusszeremonie der E-Sport-Weltmeisterschaft im Grand Palais besucht. Am Montag findet die erste Sitzung des Strategischen Partnerschaftsrats beider Länder statt, bei der mehrere Abkommen, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Energie, Gesundheit und neue Technologien, unterzeichnet werden sollen.
Investitionen und regionale Krisen stehen im Mittelpunkt der Diskussionen.
Der Élysée-Palast bekennt sich klar zu seinen wirtschaftlichen Zielen. Emmanuel Macron „wird sich dafür einsetzen, mehr saudische Investitionen in Frankreich zu fördern“, während Paris gleichzeitig seine Unternehmen in die Großprojekte der Strategie Vision 2030 einbinden will. Mehrere Projekte, darunter einige Großinvestitionen, befinden sich noch in der Diskussion. Die Präsidentschaft lehnte es bemerkenswerterweise ab, sich zum geplanten Dragon-Ball-Themenpark in Val-d’Oise zu äußern.
Die Lage im Nahen Osten wird ebenfalls ein zentrales Gesprächsthema sein. Die Krise mit dem Iran und die Schließung der Straße von Hormus, die Energiesicherheit, Gaza und die Zwei-Staaten-Lösung sowie Libanon und Syrien sollen thematisiert werden. Für Montag ist zudem ein Ministertreffen angesetzt, um die Diversifizierung der Energielieferwege zu erörtern.
Dieser Besuch bestätigt die dramatische Stärkung des diplomatischen Einflusses Riads. Acht Jahre nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi, die dem internationalen Ansehen des Königreichs und seines Kronprinzen schwer geschadet hat, wird Mohammed bin Salman nun in Paris als wichtiger strategischer Partner empfangen. Die Kritik an der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien ist zwar nicht verstummt, doch geopolitische und wirtschaftliche Erfordernisse haben Riad weitgehend wieder ins Zentrum des politischen Geschehens gerückt.
Die Reise ist umso symbolträchtiger, als Mohammed bin Salman vergleichsweise selten ins Ausland reist. In einem instabilen regionalen Umfeld will Frankreich eine Partnerschaft festigen, die unerlässlich geworden ist, während Saudi-Arabien seine Allianzen, Investitionen und seine Wirtschaft diversifizieren möchte. Am Montagnachmittag trifft der Kronprinz im Invalidenpalast (Les Invalides) mit Premierminister Sébastien Lecornu zusammen, bevor im Anschluss Abkommen unterzeichnet werden.
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