Instagram-Chef Adam Mosseri gab am Dienstag vor einem US-Gericht zu, dass dem sozialen Netzwerk bewusst war, dass die Funktion „Pause machen“, die Jugendliche zu einer reduzierten Bildschirmzeit anregen sollte, kaum genutzt wurde. Die Funktion, die 2021 öffentlich als wirksame Schutzmaßnahme präsentiert wurde, wurde laut Zahlen, die im Prozess gegen Meta in Kalifornien vorgelegt wurden, nur von ein bis zwei Prozent der Minderjährigen aktiviert.
Adam Mosseri hatte damals den Erfolg der Funktion hervorgehoben und behauptet, über 90 % der Jugendlichen, die Erinnerungen aktiviert hatten, würden diese auch nutzen. Auf Nachfrage von Staatsanwalt Jason Slothouber zur niedrigen Aktivierungsrate räumte der Manager ein, dass Meta dies wusste, es aber in seinem Blogbeitrag nicht erwähnt hatte. Das Unternehmen entschied sich schließlich, das Tool ab 2024 automatisch zu aktivieren, obwohl die eigenen Daten zeigten, dass „die meisten Jugendlichen es nicht wollten“.
Unzureichend genutzte Schutzausrüstung
Die Staatsanwaltschaft stützte sich zudem auf interne Dokumente, um Metas Strategie hinsichtlich dieser Funktionen zu hinterfragen. Ein Bericht aus dem Jahr 2023 zeigt insbesondere, dass das Unternehmen Benachrichtigungen zur Bewerbung seiner Schutzfunktionen eingeschränkt hatte, um die Auswirkungen auf das Ökosystem zu minimieren, obwohl die auf Instagram verbrachte Zeit ein wesentlicher Faktor für das werbefinanzierte Geschäftsmodell ist. Damals kannte nur ein Drittel der Minderjährigen die Funktion „Pause machen“, und weniger als 1 % der Teenager nutzten die Kindersicherung.
Im Mittelpunkt des Prozesses stehen die Vorwürfe mehrerer US-Bundesstaaten gegen Meta, Eltern über die Risiken von Facebook und Instagram getäuscht und die Suchtgefahr der Plattformen für Minderjährige verharmlost zu haben. Adam Mosseri wurde zudem mit einer internen Präsentation aus dem Jahr 2023 konfrontiert, in der eine Statistik über den Kontakt von Teenagern mit bestimmten verbotenen Inhalten vor der Präsentation entfernt worden war. Die vier klagenden Bundesstaaten fordern Strafen von bis zu 200 Milliarden US-Dollar sowie eine grundlegende Überarbeitung von Facebook und Instagram. Das Urteil der Jury wird Ende September oder Anfang Oktober erwartet, bevor Richterin Yvonne Gonzalez Rogers eine Entscheidung trifft.
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