Dominique Alderweireld, besser bekannt als „Dodo la Saumure“, starb am Dienstag, dem 25. August, im Alter von 77 Jahren. Der Franzose, der viele Jahre in Belgien lebte, wurde zu einer der bekanntesten Figuren der Prostitutionsszene und erlangte landesweite Bekanntheit durch die Carlton-Affäre in Lille, in der auch der Name von Dominique Strauss-Kahn fiel. Dominique Alderweireld starb in Tournai, Belgien. Er war mehrere Monate krank gewesen und litt an Herzversagen.
Vom Bordellbesitzer zur Medienpersönlichkeit
Der in Belgien ansässige Dominique Alderweireld betrieb mehrere Jahre lang zahlreiche Bordelle, vorwiegend in der Region Tournai und entlang der französisch-belgischen Grenze. Sein Spitzname „Dodo la Saumure“ (Dodo der Salzlake) war untrennbar mit seiner Persönlichkeit verbunden. Der Begriff spielte mit dem Wort „maquereau“ (Makrele), das sowohl den in Salzlake eingelegten Fisch als auch umgangssprachlich einen Zuhälter bezeichnet. Dominique Alderweireld bemühte sich nicht, unauffällig zu bleiben. Mit seiner Offenheit, seinen Provokationen und zahlreichen Auftritten vor der Kamera kultivierte er eine regelrechte Medienpersönlichkeit, bekannte sich öffentlich zu seinen Aktivitäten und gab eine Reihe provokanter Aussagen von sich.
Die Carlton-Affäre in Lille katapultierte ihn in den Vordergrund.
Es war vor allem die sogenannte Carlton-Affäre in Lille, die Dodo la Saumure Anfang der 2010er-Jahre ins öffentliche Bewusstsein rückte. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Organisation von ausschweifenden Partys, an denen mehrere prominente Persönlichkeiten und Geschäftsleute teilnahmen. Dominique Strauss-Kahn, ehemaliger geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds, gehörte zu den Angeklagten. Auch Dominique Alderweireld selbst stand wegen schwerer Zuhälterei vor dem Strafgericht in Lille. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen die Anwesenheit von Prostituierten auf einigen der Partys und die Umstände ihrer Organisation. Dodo la Saumure bestritt stets, Dominique Strauss-Kahn oder dessen Komplizen Prostituierte vermittelt zu haben. Im Juni 2015 wurde er schließlich in der Carlton-Affäre freigesprochen, ebenso wie Dominique Strauss-Kahn.
Mehrere Konflikte mit dem Gesetz in Belgien
Obwohl Dominique Alderweireld im Carlton-Fall freigesprochen wurde, reichten seine juristischen Probleme weit darüber hinaus. 2012 verurteilte ihn das Strafgericht Tournai wegen Zuhälterei zu fünf Jahren Haft auf Bewährung. Der Fall betraf unter anderem die Aktivitäten von Etablissements, die er zwischen 2000 und 2009 in Belgien betrieb. Das Urteil wurde in der Berufung bestätigt. Wenige Jahre später ermittelte die belgische Justiz erneut gegen ihn. Er wurde im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Verdachts auf Menschenhandel, Zuhälterei und anderer Straftaten im Zusammenhang mit dem Betrieb seiner Etablissements festgenommen, später jedoch gegen Kaution freigelassen.
Eine Schlüsselfigur in der Region Tournai
Abgesehen von seinen juristischen Problemen war Dodo la Saumure in der Wallonie-Picardie zu einer besonders bekannten Persönlichkeit geworden. Seine Lokale befanden sich in mehreren Städten der Region Tournai und entlang der französischen Grenze. Nach der Carlton-Affäre reichte seine Medienpräsenz weit über diese Region hinaus. Dominique Alderweireld, erkennbar an seinem Aussehen, seiner direkten Art und seinen oft provokanten Äußerungen, war ein gefragter Interviewpartner der französischen und belgischen Medien. In seinem 2013 erschienenen Buch „ Moi, Dodo la Saumure“ (Ich, Dodo la Saumure) erzählte er seine Lebensgeschichte und berichtete darin über seine Jugend, seine Aktivitäten und seine Konflikte mit dem Gesetz. Dominique Alderweireld starb am Dienstagmorgen im Alter von 77 Jahren in Tournai. Der Vater war seit mehreren Monaten krank. Mit seinem Tod endet die Karriere einer der umstrittensten und medienwirksamsten Persönlichkeiten an der französisch-belgischen Grenze, deren Spitzname für immer eng mit der Carlton-Affäre in Lille verbunden sein wird.