Solimut Mutuelle de France hat bestätigt, dass sie am Sonntagmorgen Opfer eines Cyberangriffs wurde. Das Unternehmen gab an, seine Systeme umgehend isoliert und den Angriff gestoppt zu haben. Die Teams arbeiten nun daran, genau zu ermitteln, auf welche Daten die Hacker zugegriffen oder welche gestohlen wurden.
Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der rund 550.000 Mitglieder zählt, hat keine Angaben zum Ausmaß des Datenlecks gemacht. Die Fachwebsite Frenchbreaches behauptet jedoch, dass die vom Hacker erlangten Dateien die Daten von mehr als 1,2 Millionen Menschen enthalten könnten – eine Zahl, die die aktuelle Mitgliederzahl von Solimut übersteigt.
Bankdaten und möglicherweise betroffene Gehälter
Laut Frenchbreaches umfassen die kompromittierten Daten 770.467 Bankkontodaten mit IBANs und BICs, fast drei Millionen Postadressen und etwa 1,08 Millionen Gehaltsabrechnungen. Diese Zahlen wurden von Solimut noch nicht bestätigt und sollten daher während der laufenden Untersuchung mit Vorsicht behandelt werden.
Die Weitergabe solcher Informationen würde erhebliche Risiken für Betrug, Identitätsdiebstahl und gezieltes Phishing bergen. Die Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit rät ihren Mitgliedern daher zu besonderer Wachsamkeit gegenüber Anrufen, E-Mails oder Nachrichten von Dritten, die vorgeben, in ihrem Namen zu handeln.
Angehörige der Gesundheitsberufe geraten zunehmend ins Visier der Ermittler.
Solimut meldete den Angriff der Prudential Control and Resolution Authority (PCRA) und der National Commission for Information Technology and Civil Liberties (NCITCL). Das Unternehmen hat zugesichert, potenziell betroffene Personen direkt zu informieren, sobald die Untersuchungen die genaue Art der betroffenen Dateien geklärt haben.
Dieser Angriff erfolgte nur wenige Tage nach dem Angriff auf die Mutuelle Générale de Prévoyance (eine französische Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit), der über einen ihrer Dienstleister verübt wurde. Behörden, Sozialversicherungsträger und Gesundheitsdienstleister verzeichnen seit Jahresbeginn einen starken Anstieg solcher Vorfälle. Angesichts dieser Zunahme hat die Regierung die französische Nationale Agentur für Cybersicherheit (ANSSI) beauftragt, eine neue operative Einheit zur Beschleunigung der Reaktion auf Cyberangriffe einzurichten.
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