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Präsidentschaftswahl 2027: Édouard Philippe will die Regelungen zur Arbeitslosenversicherung und zum Krankengeld verschärfen.

Präsidentschaftswahl 2027: Édouard Philippe will die Regelungen zur Arbeitslosenversicherung und zum Krankengeld verschärfen.
Präsidentschaftswahl 2027: Édouard Philippe will die Regelungen zur Arbeitslosenversicherung und zum Krankengeld verschärfen.

Wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl 2027 stellt Édouard Philippe sein Wirtschaftsprogramm vor. Der Kandidat der Partei Horizonte schlägt vor, die maximale Bezugsdauer von Arbeitslosengeld für unter 50-Jährige auf zwölf Monate zu verkürzen und die Regelungen für kurzfristige Krankmeldungen zu verschärfen.

Édouard Philippe will die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Sanierung der öffentlichen Finanzen zu zwei zentralen Themen seines Präsidentschaftswahlkampfs machen. Vor seiner Teilnahme an einer Podiumsdiskussion des französischen Wirtschaftsverbands Medef am Donnerstag, dem 27. August, sprach sich der ehemalige Premierminister für eine weitere Verkürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld aus. Für unter 50-Jährige soll diese, dem deutschen Modell folgend, auf zwölf Monate begrenzt werden. Dieser Vorschlag würde die in den letzten Jahren durchgeführten Reformen der Arbeitslosenversicherung fortsetzen. Die maximale Bezugsdauer beträgt derzeit 18 Monate für unter 55-Jährige. Édouard Philippe verteidigt diese weitere Verschärfung des Systems mit dem Hinweis auf die Arbeitslosenquote, die im zweiten Quartal 2026 8,3 % erreichte und damit den sechsten Anstieg in Folge verzeichnete.

Édouard Philippe will „dem unbegrenzten Krankenurlaub ein Ende setzen“.

Der Kandidat der Partei Horizons will auch den seiner Ansicht nach rasant steigenden Krankenstandsverbrauch angehen. Laut seinen Angaben belaufen sich die jährlichen Kosten auf rund 17 Milliarden Euro und werden voraussichtlich zwischen 2019 und 2025 um fast 40 % steigen. Er hält diese Entwicklung für besorgniserregend, sowohl für die öffentlichen Finanzen als auch für die Funktionsfähigkeit von Unternehmen und Behörden. Édouard Philippe erwägt insbesondere eine Verlängerung der Wartezeit für kurzfristige Krankmeldungen. Angelehnt an das spanische System schlägt er vor, die ersten oder sogar die ersten beiden Tage einer kurzfristigen Abwesenheit nicht zu vergüten. Zudem will er eine Mindestfrist von drei bis sechs Monaten zwischen Krankmeldung und einer einvernehmlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses festlegen, um – so seine Aussage – „Krankenstandserpressung“ zu bekämpfen.

Der ehemalige Premierminister sendet gleichzeitig mehrere Signale an die Wirtschaftselite. Er will den Dutreil-Pakt, der die steuerliche Übergabe von Familienunternehmen erleichtert, beibehalten und die Grenzen für Schenkungen zu Lebzeiten deutlich anheben. In dieser Frage räumt er eine „grundlegende Meinungsverschiedenheit“ mit Jean-Luc Mélenchon ein , der unter anderem eine Vollsteuer auf Erbschaften über 12 Millionen Euro befürwortet. Generell will Édouard Philippe zu einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik zurückkehren. Er schlägt vor, Produktionssteuern in Höhe von 50 Milliarden Euro abzuschaffen und im Gegenzug die Unternehmenssubventionen entsprechend zu reduzieren. Zudem unterstützt er eine neue Rentenreform, die eine etwas längere Erwerbstätigkeit vorsieht, und bekräftigt seine Absicht, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Berufen stärker zu berücksichtigen.

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