Eine Koalition von zwölf Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens hat am Montag eine Bundesklage eingereicht, um die 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance zu verhindern – ein Geschäft, das bereits vom US-Justizministerium genehmigt wurde.
Die Klage wurde vor dem Bundesgericht in Oakland eingereicht. Die Klägerstaaten argumentieren, dass diese Fusion, die die größte in der Geschichte Hollywoods wäre, gegen das Kartellrecht verstoßen und zu höheren Preisen, geringerer Qualität und einem reduzierten Angebot für die Zuschauer führen würde.
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta, der die Klage anführt, bezeichnete den Zusammenschluss zweier der letzten fünf großen Hollywood-Studios als „illegal“. „Die Auswirkungen dieses illegalen Zusammenschlusses würden alle Zuschauer auf ihren Sofas und in allen Kinosälen zu spüren bekommen“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Die Klage wirft dem fusionierten Unternehmen vor, mehr als ein Viertel aller Einnahmen aus Kinofilmen und Kabelfernsehen in den USA einzustreichen.
Der Deal würde zwei große Produktionsstudios, zwei Streaming-Plattformen (HBO Max und Paramount+) sowie die Nachrichtensender CNN und CBS News unter einem Dach vereinen. Branchenvertreter und Gewerkschaften befürchten Arbeitsplatzverluste, einen Rückgang der Filmvielfalt und eine weitere Belastung der ohnehin schon teuren Abonnements.
Paramount wies die Argumente der Bundesstaaten zurück und behauptete, die Fusion würde stattdessen „einen stärkeren Konkurrenten für die dominanten Streaming- und Technologieplattformen schaffen, die dem Kinomarkt geschadet haben“.
Die Transaktion hatte im Juni dennoch ohne Auflagen die Zustimmung des Justizministeriums erhalten. Diese Genehmigung selbst warf politische Fragen auf: Paramount-CEO David Ellison ist der Sohn von Larry Ellison, Mitbegründer von Oracle, einem engen Vertrauten von Präsident Donald Trump und einem wichtigen Geldgeber seiner Wahlkämpfe. „Irgendetwas ist passiert, und vielleicht hatte dieses Etwas mit einem Milliardär namens Ellison zu tun“, erklärte die Generalstaatsanwältin von Arizona, Kris Mayes. Sie warf dem Justizministerium unter Trump außerdem vor, „systematisch vor Unternehmensfusionen eingeknickt zu sein“.
Die elf weiteren Unterzeichnerstaaten sind Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington – allesamt Staaten mit demokratischen Generalstaatsanwälten. Das Weiße Haus hat sich zunächst nicht geäußert.
Paramount und Warner hatten gehofft, ihre Vereinbarung im dritten Quartal dieses Jahres abzuschließen. Die Fusion unterliegt jedoch auch kartellrechtlichen Prüfungen außerhalb der USA, insbesondere in Europa. Die von diesen Staaten eingereichte Klage könnte diesen Zeitplan gefährden.
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