Das Paul-Valéry-Museum in Sète widmet bis zum 8. November alle seine temporären Ausstellungsräume Jean Vilar, dem Gründer des Festivals von Avignon, mit einer Ausstellung mit dem Titel „Die Farben von Jean Vilar“, die seine besondere Beziehung zu den Malern seiner Zeit beleuchtet.
Sieben Abschnitte, die 40 Gemälden und einhundert grafischen Werken gewidmet sind
Die in enger Zusammenarbeit mit dem Maison Jean Vilar in Avignon entstandene und von Camille Bertrand-Hardy kuratierte Ausstellung vereint knapp 40 Gemälde, rund 100 Grafiken sowie Kostüme, Wandteppiche und Skulpturen aus öffentlichen und privaten Sammlungen. In sieben thematische Abschnitte gegliedert, zeichnet die Ausstellung den Dialog zwischen Theater, Malerei und angewandter Kunst in den 1950er- bis 1970er-Jahren nach – einer Zeit, in der sich Jean Vilars Mitarbeiter nicht als Dekorateure, sondern als „Theatermaler“ verstanden und die Farbe zu einem eigenständigen Akteur auf der Bühne machten.
Jean Vilar, der 1947 das Festival von Avignon und 1951 das Théâtre national populaire im Palais de Chaillot gründete, hat das französische Nachkriegstheater grundlegend erneuert und demokratisiert, angetrieben von einer entschieden plastischen Inszenierungsauffassung.
Léon Gischia, künstlerischer Partner seit fast zwanzig Jahren
Unter den vertretenen Künstlern nimmt Léon Gischia eine zentrale Stellung in der Ausstellung ein: Seine Begegnung mit Jean Vilar im Jahr 1941 markierte den Beginn einer fast zwanzigjährigen Zusammenarbeit, in der er weit mehr als nur ein einfacher Bühnenbildner für den Theaterregisseur wurde. Gischia war es, der Vilar dazu ermutigte, realistische Bühnenbilder zugunsten minimalistischer Räume aufzugeben, in denen wenige Elemente genügen, um einen Ort anzudeuten, während Kostüme und Farben den Bühnenraum strukturieren und den Blick des Zuschauers lenken.
Die Ausstellung beleuchtet auch Jean Vilars Dialog mit anderen Künstlern der Neuen Schule von Paris, darunter Édouard Pignon, Mario Prassinos und Gustave Singier, sowie einen Abschnitt, der den Oriflammen gewidmet ist, jenen Bühnenzeichen, die in den Glanzzeiten des Festivals zum Sinnbild des Himmels von Avignon wurden.
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