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Gallimard verlässt X: Die falschen Verteidiger der Meinungsfreiheit stellen sich auf

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Editions Gallimard, eine historische Persönlichkeit der französischen Literatur, gab am 20. Januar ihren Rückzug aus dem sozialen Netzwerk X, ehemals Twitter, bekannt. Antoine Gallimard, Präsident der Madrigall-Gruppe, begründet diese Entscheidung mit der „Qualität und Pluralität der Informationen“ und erklärt, dass alle Häuser und Buchhandlungen der Gruppe ihre Aktivitäten auf der Plattform einstellen. Diese Ankündigung, die unter dem mittlerweile unverzichtbaren Hashtag #HelloQuitteX veröffentlicht wird, reiht sich in eine Welle von Massenabflügen ein, die unter dem Deckmantel von Prinzipien einer organisierten Flucht ähneln.

Aber diese großen selbsternannten Verteidiger der Meinungsfreiheit scheinen nicht in der Lage zu sein, ihre Ideale konsequent umzusetzen. Antoine Gallimard, der vor kaum einem Monat die Freilassung von Boualem Sansal forderte, der in Algerien inhaftiert war, weil er den Mut hatte, seine Gedanken zu sagen, wird heute zur perfekten Inkarnation einer kulturellen Elite, die sich selbst zensiert, sobald der öffentliche Raum nicht mehr existiert entspricht seinen Ansprüchen an ideologische Bequemlichkeit. Derselbe Gallimard, der ein libertizides Regime anprangerte, zieht sich aus einem Netzwerk zurück, in dem noch alle Meinungen geäußert werden können, auch die beunruhigendsten, um sich in einem intellektuellen Raum einzuschließen.

Welchen Pluralismus verteidigen wir, wenn wir einen Ort verlassen, an dem Widersprüche auftauchen? Diese kollektiven Abwanderungen sind nichts anderes als ein Zeichen der Verachtung für die Konfrontation von Ideen. Anstatt zu debattieren oder sich mit den Argumenten anderer auseinanderzusetzen, verlassen wir lieber die Bühne und nehmen dabei die moralische Haltung der missverstandenen Tugendhaften ein. Daran ist nichts Mutiges. Es ist eine Resignation, ein Verzicht angesichts der echten Meinungsfreiheit, die Unordnung und Opposition einschließt.

Das Paradox ist vernichtend: Während Boualem Sansal in algerischen Gefängnissen leidet, weil er es gewagt hat, frei zu sprechen, verlassen diejenigen, die behaupten, Teil seines Kampfes zu sein, einen Raum, in dem niemand sie zum Schweigen zwingt. Vielleicht bevorzugen sie eine Welt, in der der Diskurs einheitlich ist, in der ein einziger Gedanke in sanfter Ruhe herrscht, weit weg vom Tumult der wahren Demokratie.

Gallimard, einst eine Säule der unabhängigen Literatur und des kritischen Denkens, sticht heute als Akteur dieser aufgeweckten Elite hervor, der sich in Wirklichkeit den Gesetzen des Konformismus beugt und die Idee einer Debatte aufgibt, in der nicht alles unter Kontrolle ist. An dieser kollektiven Feigheit ist nichts Edles: Sie ist eine Verleugnung dessen, was die Meinungsfreiheit verkörpern sollte.

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