Drei Tage nach der verheerenden Sturzflut, die am Mittwoch die Himalaya-Region an der Grenze zwischen Nepal und dem chinesischen Tibet heimsuchte, steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Die nepalesischen Behörden korrigierten am Samstag die Zahl der Vermissten nach oben, sodass nun insgesamt fast 3.000 Menschen zusammen mit China vermisst werden.
Nepal meldet nun 2.426 Vermisste innerhalb seiner Grenzen, gegenüber den zuvor gemeldeten 1.924, darunter mehr als 500 ausländische Touristen. China seinerseits meldete 554 Vermisste, darunter 260 ausländische Staatsangehörige. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt nach den kombinierten Angaben beider Länder bei mindestens 633.
Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde beziffert die Zahl der nepalesischen Opfer auf 626, ein leichter Anstieg gegenüber den zuvor von der Polizei gemeldeten 616. Die Suchaktionen werden unter schwierigen Bedingungen in diesem abgelegenen Gebiet des Himalaya fortgesetzt.
Die Wiederaufbaumaßnahmen werden voraussichtlich enorm sein. Nepals Finanzminister Swarnim Wagle erklärte gegenüber Reuters, das Land benötige vier bis fünf Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der Wiederaufbaumaßnahmen. „Dies ist lediglich eine Schätzung. Die Verluste und Schäden werden noch ermittelt“, fügte er hinzu.
Mehrere Länder und internationale Organisationen haben Nothilfe angekündigt. Kanada wird laut Randeep Sarai, Staatssekretär für internationale Entwicklung, fünf Millionen kanadische Dollar an humanitärer Hilfe bereitstellen. Die Europäische Union wird Nepal zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versprach, dass diese Mittel „lebenswichtige Hilfe für die am stärksten betroffenen Familien und Gemeinden“ leisten würden.
Auch Frankreich ist betroffen. Der stellvertretende Sprecher des französischen Außenministeriums, Glenn Salic, bestätigte, dass vier französische Staatsangehörige vermisst werden. „Die französische Botschaft in Kathmandu steht in Kontakt mit den örtlichen Behörden, um sie zu finden. Die Teams des Krisen- und Unterstützungszentrums sind mit den Familien unserer Bürger in Verbindung“, erklärte er.
Die Lage vor Ort bleibt angespannt. Die nepalesische Polizei hat eine neue Hochwasserwarnung herausgegeben, nachdem sie über einen Dammbruch auf der tibetischen Seite informiert worden war. „Wir rufen alle Sicherheits- und Rettungskräfte sowie die Bevölkerung dringend dazu auf, wachsam zu bleiben und sofort Schutz zu suchen“, schrieben sie auf X.
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