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Zweiräder auf Busspuren: Warum Paris sich endlich ein Beispiel an London nehmen sollte

Zweiräder auf Busspuren: Warum Paris sich endlich ein Beispiel an London nehmen sollte
Zweiräder auf Busspuren: Warum Paris sich endlich ein Beispiel an London nehmen sollte

In London dürfen Motorräder und Roller die meisten Busspuren auf den von Transport for London verwalteten Hauptstrecken benutzen. Dies gilt jedoch nicht flächendeckend, da die örtliche Beschilderung weiterhin ausschlaggebend ist und einige Spuren in die Zuständigkeit einzelner Londoner Bezirke fallen. Der Grundsatz besteht jedoch seit 2012: Wenn eine Busspur motorisierte Zweiräder aufnehmen kann, ohne den öffentlichen Nahverkehr zu beeinträchtigen, steht sie diesen zur Verfügung.

In Paris ist die Regelung nahezu umgekehrt. Motorräder und Roller dürfen Busspuren grundsätzlich nicht benutzen, sofern nicht anders angegeben. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld von 135 € geahndet. Sie sind daher auf die regulären Fahrspuren verbannt, wo sie sich den Raum mit Pkw, Lieferwagen und Lkw teilen. Dieses Verbot sollte überdacht werden, nicht um Motorradfahrern Privilegien einzuräumen, sondern um den bestehenden Verkehrsfluss besser zu steuern.

Trennung von Zweirädern und Autos zur Reduzierung von Konflikten

Das erste Argument betrifft die Sichtbarkeit. Im Stau wechseln Rollerfahrer ständig zwischen ihrer Fahrspur, dem Fahren zwischen den Fahrstreifen und den Positionsänderungen, die durch abbiegende, einfädelnde oder sich öffnende Türen von Fahrzeugen erforderlich sind. Die Nutzung bestimmter Busspuren würde eine besser planbare Route ermöglichen und die Anzahl der Kreuzungen mit dem Autoverkehr reduzieren. Eine klare Route ist für Motorradfahrer, Autofahrer und Busfahrer leichter vorhersehbar.

Ein Motorrad benötigt deutlich weniger Platz als ein Auto, das oft nur eine Person befördert. Die Sperrung von Busspuren lässt Zweiräder nicht verschwinden; sie konzentrieren sich lediglich im allgemeinen Verkehr und erhöhen das Risiko des Fahrens zwischen den Fahrspuren. Sofern die Fahrbahnkapazität es zulässt, führen ein paar zusätzliche Motorräder oder Roller nicht automatisch zu Staus für Busse. Das Problem muss spurweise anhand tatsächlicher Messungen bewertet werden und darf nicht durch ein generelles Verbot gelöst werden.

Eine Maßnahme, die mit der Priorität des öffentlichen Verkehrs vereinbar ist.

Die Öffnung bestimmter Busspuren stellt die Priorität des öffentlichen Nahverkehrs nicht in Frage. London behält Fahrpläne, Beschilderung und streckenspezifische Beschränkungen bei. Paris könnte dasselbe Prinzip anwenden, indem es ausreichend breite und weniger stark befahrene Spuren reserviert und gleichzeitig das Verbot schmaler, stark befahrener Spuren oder solcher, die von vielen Radfahrern genutzt werden, aufrechterhält. Busse hätten weiterhin Vorrang, und die Nutzung könnte während der Hauptverkehrszeiten eingeschränkt werden.

Der Testlauf würde eine objektive Messung der Auswirkungen auf die Busfahrgeschwindigkeit, Unfälle, gefährliche Überholmanöver und Fahrzeiten ermöglichen. Kameras könnten überhöhte Geschwindigkeiten, illegale Überholmanöver und jegliches Verhalten, das Radfahrer oder aussteigende Fahrgäste gefährdet, ahnden. Sollte eine Fahrspur den öffentlichen Nahverkehr verlangsamen oder gefährlicher werden, würde sie umgehend aus dem System entfernt.

Bessere Regulierung statt blindem Verbot

Der Einwand bezüglich Radfahrern ist berechtigt, rechtfertigt aber kein Nichtstun. Nicht alle Busspuren sind gleich gestaltet, und nicht alle sind für Fahrräder freigegeben. Auf gemeinsam genutzten Straßen könnten eine Mindestbreite, eine Geschwindigkeitsbegrenzung, ein Überholverbot für Fahrräder bei Platzmangel und eine verbesserte Beschilderung eingeführt werden. Die wichtigsten Spuren blieben weiterhin ausschließlich Bussen und Fahrrädern vorbehalten.

Paris sollte daher einen Testlauf auf mehreren repräsentativen Strecken über zwölf bis achtzehn Monate starten. Die Hauptstadt würde damit kein blindes Risiko eingehen, sondern eine Strategie adaptieren, die in einem Großteil des Londoner Straßennetzes bereits seit über einem Jahrzehnt erfolgreich umgesetzt wird. Zwischen einem generellen Verbot und unkontrolliertem Zugang liegt eine pragmatische Lösung: motorisierte Zweiräder dort zulassen, wo die Infrastruktur es zulässt, die Ergebnisse messen und letztendlich der Effektivität Vorrang vor Ideologie einräumen. Transport for London legt die Regeln für Busspuren fest , während die Stadt Paris die spezifischen Verkehrsregeln für motorisierte Zweiräder erläutert.

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