Fall Jubillar: Zwei stark beschädigte Oberschenkelknochen und ein Schienbein wurden an der von Cédric Jubillar angegebenen Stelle gefunden.
Fall Jubillar: Zwei stark beschädigte Oberschenkelknochen und ein Schienbein wurden an der von Cédric Jubillar angegebenen Stelle gefunden.

Am vergangenen Donnerstag wurden in der Region Tarn Knochen entdeckt, die dem unteren Teil einer Leiche zuzuordnen sind. genau an dem von Cédric Jubillar angegebenen Ort. Unter den gefundenen Überresten befinden sich zwei Oberschenkelknochen und ein Schienbein. Diese stark beschädigten und nur teilweise erhaltenen Überreste müssen nun analysiert werden, um festzustellen, ob sie zu Delphine Jubillar gehören, die seit Dezember 2020 vermisst wird.  

Skelettreste, die unter einem Erdhügel begraben sind

Die Entdeckung wurde auf einem Feld zwischen den Ortschaften Mailhoc und Villeneuve-sur-Vère, nordwestlich von Cagnac-les-Mines, gemacht. Die Ermittler legten mehrere Skelettreste unter einem Erdhügel frei, etwa zehn Kilometer vom ehemaligen Wohnsitz des Ehepaars Jubillar entfernt.  

Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass es sich bei den Knochen hauptsächlich um solche des Unterkörpers handelt. Zwei Oberschenkelknochen und mindestens ein Schienbein wurden geborgen. Bislang gibt es keine Beweise dafür, dass es sich bei den Überresten um die von Delphine Jubillar handelt. Forensische und genetische Analysen sind im Gange.  

Die Knochen waren stark beschädigt und wahrscheinlich verstreut.

Die gefundenen Überreste sind nach mehr als fünf Jahren in freier Wildbahn besonders stark verwittert. Ihr Zustand erschwert die Arbeit der Spezialisten, die mit der Rekonstruktion des Skeletts, der Bestimmung des menschlichen Ursprungs der verschiedenen Fragmente und der formalen Identifizierung beauftragt sind.

Die Ermittler prüfen auch die Möglichkeit, dass Tiere einige der Knochen bewegt haben könnten. Diese Hypothese könnte die Verstreuung der Überreste und das derzeitige Fehlen mehrerer Skelettteile erklären. Die Suche in dem Gebiet, in dem die ersten Knochen gefunden wurden, wird fortgesetzt.  

Ein Gebiet, das noch nie durchsucht worden war

Das von Cédric Jubillar angegebene Gebiet war seit dem Verschwinden seiner Frau nie durchsucht worden. Trotz zahlreicher Suchaktionen im Raum Cagnac-les-Mines seit Dezember 2020 hatten die Ermittler dieses konkrete Grundstück noch nie aufgesucht.  

Das Gebiet wurde vollständig abgesperrt, um Spuren und Beweismittel zu sichern. Anwohnern und Journalisten ist der Zutritt während der gesamten Einsatzdauer untersagt. Die Polizei untersucht das Gelände um den Hügel herum, um weitere Knochenfragmente, Kleidungsstücke, persönliche Gegenstände oder andere Hinweise zu finden, die die Identität des Opfers bestätigen könnten.

Cédric Jubillar führte die Ermittler zum Tatort.

Cédric Jubillar, der im Gefängnis von Toulouse-Seysses inhaftiert ist, wurde aus seiner Zelle geholt und zum Tatort gebracht. In Begleitung seiner Anwälte gab er den Ermittlern eine genaue Wegbeschreibung zu dem Ort, an dem er nach eigenen Angaben Ende 2020 die Leiche seiner Frau abgelegt hatte.  

Am Mittwoch, dem 15. Juli, hatte er vor Gericht den Tod von Delphine Aussaguel gestanden, nachdem er die Tat über fünf Jahre lang bestritten hatte. Anfang Juli hatte er zunächst einen handschriftlichen Brief an seinen Anwalt geschickt, bevor er sein Geständnis während des Verhörs bestätigte.  

Cédric Jubillar behauptet, seine Frau sei im Zuge eines Ehestreits ums Leben gekommen. Später gab er zu, ihre Leiche weggebracht und mehrere Kilometer vom Familienhaus entfernt versteckt zu haben. Die genauen Umstände ihres Todes müssen noch durch die forensischen Befunde und die detaillierten Aussagen des Verurteilten bestätigt werden.  

Mehr als 100 Gendarmen und fünf Hundestaffeln wurden mobilisiert.

Mehr als 100 Gendarmen sind an der Suche beteiligt, darunter die Forschungsabteilung Toulouse, die Gendarmeriegruppe Tarn, eine mobile Gendarmerieeinheit und auf Kriminalermittlungen spezialisierte Techniker. Fünf auf die Suche nach menschlichen Überresten ausgebildete Hundestaffeln wurden ebenfalls eingesetzt.  

Sieben Spezialisten des Kriminalforschungsinstituts der Nationalen Gendarmerie arbeiten direkt vor Ort. Ihre Aufgabe ist es, die Fragmente zu bergen, ihre genauen Fundorte zu dokumentieren, mögliche biologische Spuren zu sichern und den Transport in Labore vorzubereiten. Ein Drohnenabwehrteam überwacht ebenfalls das Gebiet.  

Die Identifizierung könnte mehrere Tage dauern

Die sterblichen Überreste müssen anthropologischen und genetischen Untersuchungen unterzogen werden. Spezialisten werden versuchen, Geschlecht, ungefähres Alter und Größe der Person zu bestimmen. Anschließend kann ein DNA-Profil mit dem genetischen Material von Delphine Jubillar oder ihren Verwandten verglichen werden.

Die Ergebnisse könnten innerhalb der nächsten Stunden oder erst nach einigen Tagen vorliegen, abhängig vom Zustand der Fragmente und der Menge an brauchbarem Material. Die Feldarbeit wird während der gesamten Sammelphase fortgesetzt, um so viele Skelettelemente wie möglich zu bergen.  

Ein Verschwinden in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020

Delphine Jubillar, eine 33-jährige Krankenschwester, verschwand in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 aus ihrem Haus in Cagnac-les-Mines. Ihr Handy stellte in der Nacht den Empfang ein, und trotz jahrelanger Suche wurde keine Spur von der jungen Frau gefunden.  

Cédric Jubillar wurde im Oktober 2025 wegen Mordes an seiner Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt. Sein Berufungsverfahren soll am 21. September 2026 beginnen. Sein Geständnis und der anschließende Fund von Knochen an dem von ihm angegebenen Ort bilden nun die zentralen Elemente des Falles.