Ho-Chi-Minh-Stadt befindet sich in einem tiefgreifenden Stadtwandel und verfolgt ein ehrgeiziges Programm zur Sanierung ihrer Kanäle. Die Behörden planen, bis 2030 mehr als 40.000 Haushalte, die entlang der Wasserwege leben, umzusiedeln. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Umwelt zu säubern, die Lebensbedingungen zu verbessern, die Infrastruktur zu modernisieren und mehr öffentliche Räume zu schaffen.
Mit über 14 Millionen Einwohnern kämpft Vietnams größte Stadt seit Jahrzehnten mit den Folgen der rasanten Urbanisierung. Die Bebauung entlang der Kanalufer hat deren Durchflusskapazität zunehmend verringert, was zu Überschwemmungen, Müllansammlungen und Umweltzerstörung geführt hat. Für die Behörden ist die Renaturierung dieser Wasserwege daher ein zentrales Anliegen der Stadtentwicklung.
Massive Investitionen zur Wiederherstellung der Wasserwege
Zu den wichtigsten Projekten zählt die Sanierung des Kenh-Doi-Kanals. Das im August 2025 gestartete Projekt umfasst Investitionen von über 7.300 Billionen Dong. Es beinhaltet die Ausbaggerung des Kanals, den Bau von Deichen, die Verbreiterung von Straßen und die Modernisierung der Versorgungsnetze. Mehr als 75 % des Budgets sind für Entschädigungen und die Umsiedlung betroffener Anwohner vorgesehen, was das Engagement der Behörden unterstreicht, Stadtentwicklung und soziale Unterstützung zu verbinden.
Die Projektmanager wollen außerdem den Bau von Wohnungen für die umgesiedelten Familien beschleunigen. Eine eigens dafür eingerichtete Arbeitsgruppe soll administrative Hürden abbauen und Bauverzögerungen minimieren. Ziel ist es, Wohnungen in der Nähe der ursprünglichen Wohngebiete bereitzustellen, um die sozialen Folgen der Umsiedlung so gering wie möglich zu halten.
Eine langfristige Strategie für nachhaltige Entwicklung
Über Infrastrukturprojekte hinaus ist diese Maßnahme Teil einer umfassenderen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Die Vergrößerung von Wasserflächen, die Verbesserung der Abwasserentsorgung und die Schaffung von Grünflächen sollen die Entwässerungskapazität der Stadt stärken, das Hochwasserrisiko verringern und die Qualität der Gewässer verbessern. Ehemalige verschmutzte Kanäle sollen zu Orten für Spaziergänge, Erholung und Flusstourismus umgestaltet werden.
Die vietnamesischen Behörden betrachten dieses Programm als eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte des Jahrzehnts. Werden die Ziele bis 2030 erreicht, erhofft sich Ho-Chi-Minh-Stadt, ihren Einwohnern ein angenehmeres Lebensumfeld zu bieten und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Attraktivität zu steigern. Die Modernisierung der Kanäle gilt als Schlüsselfaktor für den Aufbau einer widerstandsfähigeren und grüneren Metropole, die besser auf die klimatischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte vorbereitet ist.
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