Bei erneuten Suchaktionen in der Region Tarn nach der Leiche von Delphine Jubillar wurden am Donnerstag Knochen gefunden. Die Suchaktionen wurden nach Aussagen von Cédric Jubillar eingeleitet, der aus seiner Zelle geholt wurde, um die Ermittler zu einem Ort zu führen, an dem die sterblichen Überreste seiner Frau gefunden werden könnten. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass es sich bei den gefundenen Überresten um die der vermissten Krankenschwester handelt.
Eine Entdeckung an einem von Cédric Jubillar ausgewiesenen Ort
Die sterblichen Überreste wurden am Morgen etwa fünfzehn Kilometer von Cagnac-les-Mines entfernt gefunden, dem Wohnort des Paares. Cédric Jubillar hatte das Gebiet während seiner Vernehmung durch die Ermittler angegeben. Der Verurteilte wurde am Mittwoch aus dem Gefängnis geholt, um an der Suche teilzunehmen und den gewünschten Suchbereich genauer zu bestimmen. Ein erheblicher Sucheinsatz wurde eingeleitet. Die Gendarmen sicherten das umliegende Gebiet und führten gründliche Suchaktionen mit speziellem Gerät durch. Cédric Jubillar beteiligte sich an der Suche, nachdem er einige Tage zuvor seine Bereitschaft zur Kooperation bei der Auffindung von Delphines Leiche erklärt hatte.
Die Herkunft der Knochen muss noch ermittelt werden.
Die Entdeckung bedeutet zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass Delphine Jubillars Leiche gefunden wurde. Die Knochen müssen nun von Experten untersucht werden, um ihre Beschaffenheit, ihr Alter und einen möglichen Zusammenhang mit dem Verschwinden der Mutter zu klären. Die Ergebnisse dieser Analysen sind von entscheidender Bedeutung. Die Ermittler müssen bestätigen, dass es sich bei den Überresten tatsächlich um menschliches Material handelt, bevor sie nach einer möglichen Übereinstimmung mit Delphine Jubillars genetischem Profil suchen können. Bis zum Abschluss dieser Untersuchungen kann keine Identifizierung bekannt gegeben werden.
Cédric Jubillar gestand, seine Frau getötet zu haben.
Der Fall nahm am 6. Juli eine dramatische Wendung, als Cédric Jubillar gestand in einem handschriftlichen Brief an seinen Anwalt Pierre Debuisson, seine Frau getötet zu haben. Bislang hatte er jegliche Verantwortung für ihr Verschwinden bestritten, das sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 im Haus der Familie in Cagnac-les-Mines ereignete. Seine Anwälte erklärten daraufhin, er wolle den Behörden bei der Suche nach der Leiche helfen und Delphine Jubillar ein würdevolles Begräbnis ermöglichen. Er behauptete, er könne die Ermittler genau zu dem Ort führen, an dem die sterblichen Überreste angeblich versteckt seien. Diese Aussagen führten zu einer umgehenden Einleitung neuer Suchmaßnahmen. Laut seiner Verteidigung starb Delphine Jubillar im Zuge eines heftigen Familienstreits. Die genauen Umstände des Vorfalls sind jedoch noch nicht geklärt. Die Ermittler müssen nun einen vollständigen, detaillierten und formalisierten Bericht über die Ereignisse zusammentragen.
Zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt
Cédric Jubillar wurde im Oktober 2025 wegen Mordes an seiner Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt. Der Prozess fand ohne Leiche, ohne formell identifizierten Tatort und ohne direktes Geständnis des Angeklagten statt. Er legte Berufung ein und sollte ab dem 21. September 2026 in Toulouse erneut vor Gericht gestellt werden. Sein Geständnis und der mögliche Fund menschlicher Überreste verändern die Rechtslage grundlegend. Sollte die Leiche von Delphine Jubillar identifiziert werden, könnten forensische Untersuchungen neue Erkenntnisse über die Umstände ihres Todes, die Umbettung ihrer sterblichen Überreste und deren Verschleierung liefern.
Mehr als 5 Jahre Suche ohne Erfolg bei Delphine
Delphine Jubillar, eine 33-jährige Krankenschwester, verschwand in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020. Trotz umfangreicher Suchaktionen in und um Cagnac-les-Mines bleiben ihr Handy, ihre Kleidung und ihre Leiche weiterhin verschwunden. Wälder, alte Bergwerke, abgelegene Grundstücke, Gewässer und verlassene Gebäude wurden durchsucht – ohne Erfolg. Die Ermittlungen umfassten Gendarmen, Hundestaffeln, Taucher, Höhlenforscher, Kriminaltechniker und Luftunterstützung. Bis zu den jüngsten Aussagen von Cédric Jubillar hatte keine Operation zum Auffinden ihrer sterblichen Überreste geführt. Der Fund am vergangenen Donnerstag stellt daher einen potenziell entscheidenden Durchbruch dar, doch erst die formelle Identifizierung der Knochen wird endgültig klären, ob Delphine Jubillar gefunden wurde.