Cédric Jubillar gesteht seine Schuld am Verschwinden von Delphine
Cédric Jubillar gesteht seine Schuld am Verschwinden von Delphine

Eine Bombe! Cédric Jubillar hat das Verschwinden seiner Frau Delphine Jubillar gestanden, die in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 in Cagnac-les-Mines im Département Tarn spurlos verschwand. Das Geständnis findet sich in einem handgeschriebenen Brief, den er vor einigen Wochen seinem Anwalt Pierre Debuisson übergeben hat. Debuisson gibt an, ein detailliertes Dokument erhalten zu haben, das ein Schuldbekenntnis enthalte.  

Der 38-jährige Maler und Trockenbauer, der in erster Instanz wegen Mordes an seiner Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt worden war, hatte bis dahin jegliche Beteiligung bestritten. Sein Berufungsverfahren sollte am 21. September 2026 in Toulouse beginnen.  

Die Nacht vom 15. auf den 16. Dezember steht im Mittelpunkt des Falles.

In seinem Brief schildert Cédric Jubillar den Abend vom 15. auf den 16. Dezember 2020, an dem Delphine Jubillar, eine 33-jährige Krankenschwester und Mutter zweier Kinder, aus dem gemeinsamen Haus verschwand. Sein Bericht beschreibt einen weiteren Streit in einer ohnehin schon schwierigen Beziehung, zu einem Zeitpunkt, als Delphine über einen Neuanfang nachdachte.  

Die genauen Umstände des Geschehens sind noch nicht öffentlich. Cédric Jubillars Anwälte geben an, dass er diese Informationen der Justiz vorbehält und bereit ist, die notwendigen Details preiszugeben. Diese Aussage ist von entscheidender Bedeutung: Bislang stützte sich der Fall auf Indizienbeweise, ohne dass eine Leiche gefunden, ein Tatort formell festgelegt oder ein vollständiges Geständnis vor Gericht vorgelegt wurde.  

Der blaue Peugeot 207 wurde zum Transport der Leiche verwendet.

Aus Cédric Jubillars Geständnis ist nun ein konkretes Detail hervorgegangen: Delphines blauer Peugeot 207 soll für den Transport ihrer Leiche benutzt worden sein. Dies steht in direktem Zusammenhang mit einem der Punkte, die während der Ermittlungen und des Prozesses diskutiert wurden: die mutmaßliche Fahrt des Wagens in der Nacht ihres Verschwindens.  

Cédric Jubillar bestreitet jedoch einige der bisher berücksichtigten Beweismittel, insbesondere die genaue Parkrichtung des Fahrzeugs. Er behauptet, das Auto sei zwar bewegt worden, aber nicht unter den Umständen, die mehrere Zeugen im Verfahren geschildert haben.  

Delphines Leiche, das unmittelbare Problem

Delphine Jubillars Leiche wurde nie gefunden. Dieses Fehlen prägte den gesamten Fall, von den ersten Suchaktionen bis zum Prozess in Albi. Suchtrupps, Spezialgrabungen, Hundesuchen, Tauchgänge, technische Untersuchungen und Feldoperationen blieben erfolglos.  

Cédric Jubillar erklärte sich nun bereit, Informationen zum Fundort der Leiche preiszugeben. Sollten diese Informationen den Ermittlern oder Richtern offiziell vorgelegt werden, könnte eine neue Suche eingeleitet werden. Die Priorität der Justiz bestünde dann in zwei Punkten: die sterblichen Überreste von Delphine Jubillar zu finden und, sofern die Beweislage dies noch zulässt, die genaue Todesursache zu ermitteln.  

Ein Berufungsverfahren wurde komplett neu aufgerollt

Das Berufungsverfahren sollte am 21. September 2026 vor dem Schwurgericht Toulouse beginnen und voraussichtlich etwa vier Wochen dauern. Die Geständnisse verändern den Charakter des Verfahrens. Im ersten Prozess, der 2025 in Albi stattfand, hatte der Angeklagte die Anklagepunkte bestritten. Nun kann das Berufungsverfahren mit einem Angeklagten fortgesetzt werden, der seine Verantwortung zwar anerkennt, aber weiterhin einige Details der Umstände dem Gericht zur Entscheidung vorenthält.  

Es könnten weitere Ermittlungen angeordnet werden. Dies würde es ermöglichen, Cédric Jubillar formell zu befragen, seine Aussagen in einem Bericht festzuhalten und die von ihm vorgelegten neuen Beweise zu überprüfen. Sollten die Ermittlungen Zeit in Anspruch nehmen, könnte sich dies auf den Zeitplan des Berufungsverfahrens auswirken.  

Fünf Jahre des Leugnens durch einen Brief ausgelöscht

Seit seiner Anklage und Inhaftierung am 18. Juni 2021 bestritt Cédric Jubillar jegliche Beteiligung. Er hielt an dieser Aussage während der gesamten Ermittlungen, des Prozesses und auch nach seiner Verurteilung fest. Im Oktober 2025 befand ihn das Schwurgericht Tarn für schuldig und verurteilte ihn zu 30 Jahren Haft. Er legte Berufung ein.  

Der Brief markiert somit einen Bruch und einen Wechsel im Verteidigungsteam: Die bisherigen Anwälte Alexandre Martin und Emmanuelle Franck wurden 2026 durch Pierre und Guy Debuisson ersetzt. Frank Berton, der dem Team beigetreten war, zog sich wenige Tage vor Bekanntwerden des Geständnisses aus dem Fall zurück.  

Ein Fall ohne Substanz, jetzt mit Geständnissen

Der Fall Jubillar wurde zu einem der meistbeachteten Kriminalfälle in Frankreich, gerade weil er mehrere Unsicherheitsfaktoren vereinte: nächtliches Verschwinden, Leiche nicht gefunden, kein Tatort, getrennt lebendes Paar, Kinder im Haus, widersprüchliche Aussagen und umstrittene Beweismittel.  

Das Geständnis schließt den Fall nicht ab. Es leitet eine neue Phase ein. Die Justiz muss nun die Aussagen von Cédric Jubillar überprüfen, sie mit den bereits gesammelten Beweismitteln vergleichen, nach Delphines Leiche suchen und feststellen, was über die Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 noch geklärt werden kann.