Der US-Botschafter in der Türkei und Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, wirft Israel vor, vor den Angriffen auf den Militärstützpunkt Abu Duhur in Nordsyrien keine Warnung ausgesprochen zu haben. Tel Aviv weist diese Darstellung entschieden zurück.
Tom Barrack bezeichnete die israelischen Angriffe in einem Interview am Freitag als „unnötige Eskalation“. Der US-Gesandte vermutete, dass die Angriffe vom Dienstag auf den Luftwaffenstützpunkt Abu Duhur darauf abzielten, „die Türken zu provozieren“, die in der Region erheblichen Einfluss ausüben.
Die israelische Reaktion erfolgte umgehend und entschieden. Verteidigungsminister Israel Katz bekräftigte am Samstag in einer in den sozialen Medien veröffentlichten Nachricht, Israel habe vor dem Angriff „autorisierten Stellen in den Vereinigten Staaten Geheimdienstinformationen zur Verfügung gestellt“. Er verurteilte Barack Obamas Äußerungen als „voller Ungenauigkeiten und Positionen, die der Position von US-Präsident Donald Trump selbst widersprechen“, insbesondere in der Frage der israelischen Besetzung der syrischen Golanhöhen.
Dieser Punkt führt zu einer bemerkenswerten Divergenz: Barrack hat anerkannt, dass dieses Gebiet besetzt ist, während die erste Trump-Administration die Annexion der Golanhöhen durch Israel im Jahr 2019 anerkannte. Das Plateau ist seit dem Sechstagekrieg von 1967 besetzt und gilt nach internationalem Recht weiterhin als besetztes Gebiet.
Zur Rechtfertigung der Angriffe führte Premierminister Benjamin Netanjahu die Befürchtung an, die Türkei würde trotz wiederholter Warnungen Truppen in Abu Dhur stationieren. Ankara wies jegliche derartige Absicht zurück. Barack Obama erklärte, die Vereinigten Staaten seien zu dem Schluss gekommen, dass die angeblichen militärischen Aktivitäten auf dem Stützpunkt „nicht stattfanden“.
Der syrische Außenminister Asaad al-Shaibani erklärte am Mittwoch, dass es keine Pläne für einen türkischen Militärstützpunkt in Abu Duhur gebe. Er stellte klar, dass türkische Offiziere den Ort im Rahmen der „militärischen Zusammenarbeit in den Bereichen Ausbildung und Erfahrungsaustausch“ besucht hätten.
Seit dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 hat Israel seine Angriffe in Syrien verstärkt, große Gebiete im Süden Syriens besetzt und dort militärische Infrastruktur errichtet. Die Türkei verurteilte die Angriffe dieser Woche als „rücksichtslos“. Washington seinerseits bemüht sich um einen Dialog zwischen den beiden Ländern, ohne jedoch bisher konkrete Schritte unternommen zu haben, um Israel zum Stopp seiner Militäroperationen zu zwingen.
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa, der enge Beziehungen zu Washington und Ankara pflegt, bekräftigte, dass seine Regierung keine Konfrontation mit Israel anstrebe. Trump seinerseits demonstriert weiterhin nahezu bedingungslose Unterstützung für Tel Aviv, das er als „großen Verbündeten“ bezeichnet.
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