MONDE

Einhundert ehemalige französische und britische Diplomaten fordern Sanktionen gegen Israel.

Einhundert ehemalige französische und britische Diplomaten fordern Sanktionen gegen Israel.
Einhundert ehemalige französische und britische Diplomaten fordern Sanktionen gegen Israel.

Mehr als hundert ehemalige hochrangige französische und britische Diplomaten haben einen gemeinsamen Brief unterzeichnet, in dem sie Paris und London auffordern, angesichts dessen, was sie als Israels „Auslöschung“ Palästinas bezeichnen, Maßnahmen zu ergreifen und insbesondere ein Handelsembargo sowie die Aussetzung bilateraler Abkommen fordern.

Der an Emmanuel Macron und seinen britischen Amtskollegen gerichtete Brief bricht bewusst mit der zurückhaltenden Sprache der Diplomatie. Die Unterzeichner werfen Israel ethnische Säuberungen vor und behaupten, Palästina werde „vor den Augen der Welt“ ausgelöscht. Sie warnen zudem, dass Israel international nicht länger als echte Demokratie wahrgenommen werde.

Zu den geforderten Maßnahmen gehört die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel sowie des Handels- und Partnerschaftsabkommens zwischen dem Vereinigten Königreich und Israel aufgrund von Menschenrechtsverletzungen. Die Unterzeichner fordern außerdem einen sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen nach und aus Israel sowie die Beendigung jeglicher bilateraler militärischer Zusammenarbeit.

In der humanitären Frage fordert das Schreiben uneingeschränkten Zugang zu Hilfsgütern für Gaza unter der Schirmherrschaft des UNRWA, anderer UN-Organisationen und internationaler NGOs; bei Nichteinhaltung drohen Konsequenzen. Es fordert außerdem die Öffnung des Gebiets für Journalisten, Diplomaten und Parlamentarier.

Die ehemaligen Diplomaten gehen im Wirtschaftsbereich noch weiter: Sie fordern ein Verbot jeglichen Handels mit israelischen Siedlungen, sei es mit Waren, Investitionen, Versicherungen oder Finanzdienstleistungen. Sie wollen potenzielle Kandidaten für die Finanzierung oder den Bau der sogenannten „E1“-Siedlung warnen, dass ihre Interessen in Großbritannien und Frankreich darunter leiden werden.

Der Brief empfiehlt außerdem, den Erwerb von Immobilien auf beschlagnahmtem palästinensischem Land für französische und britische Staatsangehörige unter Strafe zu stellen und Organisationen, die Siedlungen finanzieren, den Gemeinnützigkeitsstatus zu entziehen. Die Unterzeichner fordern beide Regierungen ferner auf, die Urteile des Internationalen Gerichtshofs und des Internationalen Strafgerichtshofs zu respektieren.

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