Kaum war das EU-Mercosur-Abkommen ratifiziert, rückte die Europäische Union einem weiteren strategischen Projekt näher: einem Handelsabkommen mit Indien. Nach zweitägigen intensiven Verhandlungen in Brüssel glauben Vertreter beider Seiten, dass ein Kompromiss angesichts der Neugestaltung des Welthandels nun in greifbarer Nähe ist.
Europäische Autos versus indische Textilien
Das Projekt zielt darauf ab, den indischen Markt weiter für europäische Autos und Getränke zu öffnen, während Neu-Delhi den Zugang seiner Textilien und Pharmazeutika zum EU-Markt erleichtern möchte. Die Verhandlungsführer bezeichnen das Abkommen als „ausgewogen und ambitioniert“ und als Versuch, die bereits bestehende, enge Partnerschaft zu stärken, wobei die EU Indiens größter Handelspartner ist.
Über den Handel hinaus sieht Brüssel diese Annäherung als Hebel zur Diversifizierung angesichts geopolitischer Spannungen und Handelskriege zwischen den Großmächten. Ein EU-Indien-Gipfel ist für Ende Januar geplant, mit dem erklärten Ziel, rasch ein Abkommen abzuschließen, das das wirtschaftliche Gleichgewicht zwischen Europa und Asien neu gestalten könnte.