Philippe Jaenada veröffentlicht diesen Herbst L'Inconnue du quai de Javel, eine neue literarische Untersuchung über einen 76 Jahre alten Mordfall, für die sich der Schriftsteller in alle Romane von Maigret vertiefte, um sich von den Methoden von Georges Simenons berühmtem Kommissar inspirieren zu lassen.
Ein Modell aus Montparnasse wurde leblos an den Kais gefunden.
Am 6. September 1949 wurde eine junge Frau tot am Quai de Javel in Paris aufgefunden. Sie hatte weder Tasche noch Schuhe bei sich und war offensichtlich hastig angezogen worden, bevor ihr Mörder sie dort zurückließ. Bereits am nächsten Tag wurde sie identifiziert: Louise Cansot, damals das gefragteste Modell der Maler in Montparnasse. Die Ermittlungen brachten schnell vier Verdächtige ans Licht, doch Chefinspektor Ferrière, dem es an Maigrets Talent mangelte, musste den Fall nach sechs Monaten ohne eine einzige Festnahme einstellen.
76 Jahre später nimmt sich Philippe Jaenada der wiederentdeckten Akte an und beginnt, wie gewohnt, mit einer akribischen Archivarbeit, bei der er sowohl die Orte des Verbrechens als auch die Orte von Louise Cansots bretonischer Kindheit in Tréguier untersucht.
Eine Methode, die dem Modell des fiktiven Polizeikommissars nachempfunden ist
Für sein neues Buch las der Autor sämtliche 75 Maigret-Untersuchungen und ließ sich dabei demütig und gewissenhaft von den Beobachtungsmethoden des von Georges Simenon für seine eigenen Ermittlungen geschaffenen Kommissars inspirieren. Er berichtet außerdem, künstliche Intelligenz eingesetzt zu haben, um bestimmte Ermittlungsstränge aufzuklären.
Nach „La Serpe“ im Jahr 2017 und „La Désinvolture est une bien belle chose“ im Jahr 2024 erweitert diese neue Geschichte ein ganzes Werk, das den großen französischen Kriminalrätseln gewidmet ist, wobei es dem Autor ebenso wichtig ist, den Unschuldigen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wie den vergessenen Opfern der Geschichte ein Gesicht zurückzugeben.
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