Im Département Meurthe-et-Moselle gibt es im Dorf Fontenoy-la-Joûte für nur 300 Einwohner zehn Buchhändler – damit zählt es zu den acht in Frankreich bekannten Bücherdörfern. Dieses Projekt, das vor dreißig Jahren in einer damals im Niedergang befindlichen landwirtschaftlichen Gemeinde ins Leben gerufen wurde, war von Anfang an ein voller Erfolg.
Ausrangierte Scheunen werden zu Buchhandlungen umgewandelt
Hinter der Fassade eines traditionellen lothringischen Dorfes mit seiner Kirche und den alten Bauernhäusern stapeln sich in umgebauten Wirtschaftsgebäuden Hunderttausende gebrauchte Bücher vom Boden bis zur Decke. Jeder Buchhändler hat sich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert, sei es auf Romane, Geschichtsbücher oder Comics, wie beispielsweise David Vitali von L'Étable aux livres, der Alben ab 1,50 € anbietet.
Laut ehemaligen gewählten Vertretern des Dorfes hat die Umwandlung stillgelegter Bauernhöfe in Buchhandlungen ein neues Kapitel für diese landwirtschaftliche Gemeinde aufgeschlagen, die an Dynamik verloren hatte, und ländlichen Gebäuden, die vom Verschwinden bedroht waren, ein zweites Leben geschenkt.
Widerstand gegen Online-Verkäufe
Obwohl die Zahl der Buchhändler in Fontenoy-la-Joûte über die Jahre von etwa zwanzig auf heute rund zehn gesunken ist, konzentrieren sich die ansässigen Geschäfte weiterhin auf das Erlebnis des Stöberns in den Regalen – im Gegensatz zum Online-Shopping. Laut einer Studie des Nationalen Buchzentrums, die vor Ort zitiert wird, kauft mehr als ein Drittel der französischen Leser ihre Bücher mittlerweile in Antiquariaten oder auf Flohmärkten.
Das Dorf zählt zusammen mit Bécherel in Ille-et-Vilaine und Montolieu in Aude zu den französischen Vorreitern dieses Konzepts eines Bücherdorfes, das in den 1960er Jahren in Wales entstand und seither auf fünf Kontinenten nachgeahmt wurde.
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