Richard Tice, stellvertretender Vorsitzender der Reformpartei UK, hat dem Guardian eine Unterlassungserklärung zukommen lassen, nachdem Artikel über seine Finanzgeschäfte erschienen waren, die der nationalen Kriminalbehörde gemeldet wurden. Ihm wird vorgeworfen, Journalisten einschüchtern und von seinen eigenen Angelegenheiten ablenken zu wollen.
Der Brief stammte von seinen Anwälten und richtete sich gezielt an einen Korrespondenten des Guardian. Richard Tice, stellvertretender Vorsitzender der Reformpartei UK, drohte der britischen Zeitung mit rechtlichen Schritten, nachdem diese mehrere Artikel veröffentlicht hatte, in denen verschiedene seiner Finanztransaktionen detailliert beschrieben wurden. Diese Informationen wurden anschließend an die National Crime Agency, die britische Zentralbehörde für Verbrechensbekämpfung, weitergeleitet.
Der Schritt hat heftige Kritik ausgelöst. Tice wird vorgeworfen, mit „unangenehmen Taktiken“ Druck auf die Presse ausgeübt und, so ihre Kritiker, die öffentliche Aufmerksamkeit von ihren eigenen Angelegenheiten abgelenkt zu haben. Ziel des Gerichtsverfahrens ist insbesondere die Herausgabe von Dokumenten, die die Quellen der Journalistin identifizieren könnten.
Dieser Versuch, ein Medienunternehmen zur Offenlegung seiner Quellen zu zwingen, wird als direkter Angriff auf den Schutz von Whistleblowern und die Pressefreiheit gewertet. Kritiker weisen darauf hin, dass solche rechtlichen Schritte weit über den konkreten Fall hinaus eine abschreckende Wirkung auf investigative Journalisten haben können.
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