Ballistische Raketen der Huthis trafen ein Frachtschiff im Roten Meer südlich des Hafens von Mocha. Sechs Menschen starben, zehn wurden verletzt. Dies ist der erste tödliche Angriff der jemenitischen Gruppe auf ein Schiff seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe gegen den Iran.
Die international anerkannte jemenitische Regierung gab bekannt, dass drei ballistische Raketen das Schiff getroffen und an Bord ein Feuer ausgelöst hätten. Vier Besatzungsmitglieder, darunter drei Pakistaner und ein Indonesier, starben bei dem ersten Angriff. Die jemenitische Küstenwache meldete später einen zweiten tödlichen Angriff, diesmal auf Rettungskräfte, die das Schiff evakuieren wollten. Dabei wurden drei weitere Personen verletzt.
Die Huthis bekannten sich zu dem Angriff und erklärten, sie hätten ein Schiff mit saudischer Militärausrüstung angegriffen. Die Regierung in Sanaa bezeichnete das Schiff als jemenitisches Frachtschiff mit Lebensmitteln an Bord und verurteilte den Angriff als bewusste Eskalation. Iranische Medien sprachen von einem Schiff mit Verbindungen zu Saudi-Arabien.
Das Frachtschiff „Tihamah“ fährt laut dem maritimen Risikomanagementunternehmen Vanguard unter tansanischer Flagge, während die Plattform MarineTraffic es mit einem ägyptischen Reeder in Verbindung bringt. Bilder der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr, deren Echtheit bestätigt wurde, zeigen das beschädigte Schiff in der Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer vor der Küste Jemens.
Dieser Angriff erfolgt inmitten verschärfter regionaler Spannungen. Die Huthis nahmen im vergangenen Monat ihre Angriffe auf den Schiffsverkehr wieder auf und verhängten nach dem Scheitern einer mehrjährigen Waffenruhe im jemenitischen Bürgerkrieg eine Seeblockade gegen saudische Häfen. Gleichzeitig schloss der Iran die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransports erfolgte.
Der Konflikt dauert nun schon über fünf Monate an und wurde von einer brüchigen Waffenruhe unterbrochen, die den Weg für ein Friedensabkommen ebnen sollte. Die Huthis kontrollieren einen Großteil des nordwestlichen Jemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa, wodurch die anerkannte Regierung gezwungen ist, von Aden im Süden des Landes aus zu operieren.
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