Dies ist eine historische Abstimmung für den Libanon und den Nahen Osten. Das libanesische Parlament stimmte am Dienstag, dem 11. August, für die Abschaffung der Todesstrafe und ist damit das erste Land in der Region, das die Todesstrafe aus seiner Gesetzgebung streicht. Justizminister Adel Nassar selbst bezeichnete die Entscheidung als „historisch“.
Diese Reform verankert einen bereits seit Längerem bestehenden Trend im Gesetz. Im Libanon wurden seit 2004 keine Hinrichtungen mehr vollzogen, obwohl die Todesstrafe weiterhin Teil des Rechtssystems war und die Gerichte die Befugnis hatten, Todesurteile zu verhängen. Die Abstimmung des Parlaments wandelt dieses faktische Moratorium, das über zwanzig Jahre bestanden hatte, nun in eine gesetzliche Abschaffung um.
Der Text war Gegenstand mehrmonatiger parlamentarischer Beratungen. Nachdem er im Februar 2026 vom Menschenrechtsausschuss grundsätzlich gebilligt und anschließend vom Ausschuss für Verwaltung und Justiz geprüft worden war, erreichte er im Juli eine neue Phase, bevor er der Abgeordnetenkammer vorgelegt wurde. Eine erste Abstimmung war im vergangenen Monat aufgrund von Beschlussunfähigkeit verhindert worden. Die endgültige Verabschiedung am Dienstag markiert daher einen Wendepunkt in der libanesischen Rechtsgeschichte und macht den Libanon zu einem regionalen Vorreiter in der Frage der Todesstrafe.
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