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Ungarn ernennt einen ehemaligen EGMR-Richter zum Präsidenten

Ungarn ernennt einen ehemaligen EGMR-Richter zum Präsidenten
Ungarn ernennt einen ehemaligen EGMR-Richter zum Präsidenten

Die Tisza-Partei von Péter Magyar hat András Baka, den ehemaligen Präsidenten des ungarischen Obersten Gerichtshofs, als ihren Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten nominiert. Das Parlament wird voraussichtlich am kommenden Dienstag über die Nominierung abstimmen.

András Baka, ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs Ungarns und ehemaliger Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, ist der Kandidat der Tisza-Partei für die Nachfolge von Tamás Sulyok als Staatsoberhaupt. Die Regierungspartei gab seine Nominierung am Samstag in einem Facebook-Beitrag bekannt und lobte einen Juristen, der „den Grundsatz der Gewaltenteilung stets als fundamental betrachtet und sich konsequent für Rechtsstaatlichkeit und richterliche Unabhängigkeit eingesetzt hat“.

Bakas Karriere ist von einer aufschlussreichen Episode geprägt: 2011 entließ ihn die Fidesz-Regierung vom Vorsitz des Obersten Gerichtshofs – eine Entscheidung, die der EGMR später für rechtswidrig erklärte. Tisza präsentiert ihn als „die stärkste Garantie dafür, dass das Präsidentenamt der Republik seine wahre Würde und seine Fähigkeit, die Nation zu einen und die regierende Mehrheit auszubalancieren, zurückerlangt“.

Das Parlament soll am Dienstag abstimmen. Tisza, die die Parlamentswahlen im Frühjahr mit einer Zweidrittelmehrheit gewonnen hat, verfügt über die notwendigen Stimmen, um Baka problemlos in dieses weitgehend repräsentative Amt zu wählen.

Diese Ernennung erfolgte nach dem erzwungenen Rücktritt von Tamás Sulyok, der im vergangenen Monat eine Verfassungsänderung unterzeichnete, die seinen Rücktritt formalisierte und damit dem monatelangen öffentlichen Druck der ungarischen Öffentlichkeit nachgab. Der neue Ministerpräsident hatte diesen Rücktritt seit Tiszas Erdrutschsieg gefordert, der die sechzehnjährige Herrschaft Viktor Orbáns beendete.

Baka war nicht Ungarns erste Wahl für das Präsidentenamt. Die Schachspielerin Judit Polgár hatte das Angebot abgelehnt, da sie die Rolle als zu anspruchsvoll empfand.

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