Der britische Premierminister Andy Burnham strebt eine ambitioniertere Annäherung zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union an. Er verteidigte diesen Ansatz bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, am Sonntagabend vor seiner Reise in die Ukraine.
Laut Downing Street ist der Labour-Chef der Ansicht, London müsse beim Wiederaufbau der Beziehungen zur EU27 „mutiger“ vorgehen. Er möchte insbesondere die bestehende Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit nutzen, um umfassendere Partnerschaften zu entwickeln.
Militärische Zusammenarbeit als Ausgangspunkt
Das Vereinigte Königreich unterhält trotz seines Austritts aus der Europäischen Union enge Beziehungen zu mehreren europäischen Staaten in militärischen Angelegenheiten. Der Krieg in der Ukraine und neue Bedrohungen für den Kontinent haben die Notwendigkeit einer engeren Koordinierung zwischen London und seinen Partnern bekräftigt.
Andy Burnham befand sich in Kiew, um gemeinsam mit anderen den Vorsitz bei einem Treffen der „Koalition der Willigen“ zu führen. Dieser erste Besuch in der Ukraine seit seinem Amtsantritt in der Downing Street bot ihm auch die Gelegenheit, Großbritanniens Engagement für die Aufrechterhaltung einer zentralen Rolle in der europäischen Sicherheit zu bekräftigen.
Ein mit Spannung erwarteter Gipfel zur Wiederbelebung der Handelsbeziehungen
Seit Labour 2024 an die Macht kam, bemüht sich London auch um eine Verbesserung der Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union. Die Verhandlungen verlaufen jedoch schleppend und sorgen auf beiden Seiten des Ärmelkanals für Frustration, insbesondere hinsichtlich der britischen Erwartungen.
Andy Burnham und Antonio Costa konzentrieren sich nun auf den bevorstehenden EU-Großbritannien-Gipfel, der noch vor Jahresende stattfinden soll. Dieses Treffen könnte eine erweiterte wirtschaftliche Zusammenarbeit ermöglichen, ohne den Brexit – ein politisch heikles Thema für die britische Regierung – formell zu gefährden.
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