Der für seine islamfeindliche Rhetorik bekannte US-Abgeordnete Andy Ogles verlor am Donnerstag die republikanische Vorwahl in Tennessee gegen Charlie Hatcher, den ehemaligen Landwirtschaftsminister des Bundesstaates. Dies ist eine seltene Niederlage für einen von Donald Trump unterstützten Kandidaten.
Nach Auszählung von fast 90 % der Stimmen führte Charlie Hatcher mit 6,6 Punkten Vorsprung vor Andy Ogles. Der US-Präsident hatte dem Amtsinhaber jedoch bereits am Wahltag, Donnerstag, seine uneingeschränkte Unterstützung zugesichert. Auch Hatcher bezeichnet sich als Trump-Anhänger, doch er war es, der die republikanische Nominierung errang.
Ogles, der 2022 erstmals gewählt wurde, kandidierte in einem Wahlbezirk, der von den Republikanern in Tennessee neu zugeschnitten worden war, um ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus zu festigen. Er erhielt zwar auch noch kurz vor der Wahl die Unterstützung von Gouverneur Bill Lee, doch das reichte nicht aus, um das Blatt zu wenden.
Der scheidende Abgeordnete hatte mit seinen Äußerungen gegen die muslimische Gemeinschaft parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Im März schrieb er auf X: „Muslime gehören nicht in die amerikanische Gesellschaft. Pluralismus ist eine Lüge.“ Als er 2024 im Kapitol von einem Aktivisten gefragt wurde, ob er Bilder von palästinensischen Kindern gesehen habe, die durch US-finanzierte Bomben getötet wurden, antwortete er: „Wissen Sie was? Ich denke, wir sollten sie alle töten, wenn Sie das glücklich macht.“ Dann präzisierte er: „Alle in der Hamas.“
Hatcher hatte sich von dieser Rhetorik distanziert. „Es gibt Muslime, die amerikanische Staatsbürger sind, gesetzestreue Bürger und Soldaten in der amerikanischen Armee, die gute Kämpfer sind“, hatte er im Juni gegenüber der Lokalzeitung „Williamson Scene“ erklärt.
Ogles ist der zweite von Trump unterstützte Kandidat, der diese Woche eine Vorwahl verloren hat. Am Dienstag unterlag Amir Hassan, ein Marineveteran aus Michigan, Thomas Smith, einem Kandidaten, der seine Kampagne vor der Wahl zurückgezogen hatte.
Im November tritt Hatcher gegen Chaz Molder an, den demokratischen Bürgermeister von Columbia, einer Stadt südlich von Nashville. Der Wahlbezirk gilt traditionell als eher konservativ, doch die Demokraten versuchen, die wirtschaftliche Unzufriedenheit und das Atomabkommen mit dem Iran für sich zu nutzen, um landesweit Sitze zu gewinnen. Bei den Zwischenwahlen werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze neu vergeben.
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