Tarn: Wut über Wölfe wächst, Präfektur ruft Züchter vor
Tarn: Wut über Wölfe wächst, Präfektur ruft Züchter vor

Die Tarn-Züchter können es nicht mehr ertragen. Die Wolfsangriffe nehmen zu, die Herden zahlen den Preis dafür und das Tier scheint sich dauerhaft in Gebieten anzusiedeln, in denen es bis vor kurzem noch nicht vorkam. An diesem Montag, dem 28. April, organisiert die Präfektur Tarn in Lavaur ein Treffen, um über das „Zusammenleben“ zwischen Wölfen und Nutztieren zu diskutieren. Ein Wort, das manche Landwirte, die durch wiederholte Verluste verärgert sind, aufschrecken lässt.

Steigende Anzahl von Angriffen und ein wachsender Alarmumfang

Seit Anfang 2025 untersuchte das französische Amt für Biodiversität (OFB) zwölf verdächtige Angriffe im Departement. Ergebnis: 18 getötete Tiere, sechs verletzte und Raubzonen, die sich mittlerweile bis nach Lisle-sur-Tarn erstrecken. Offiziell wurden im Tarn fünf Wölfe registriert. Inoffiziell gehen die Landwirte davon aus, dass es noch viel mehr sind. Und was am besorgniserregendsten ist, ist die Ausweitung des „Kreises 2“, der Zone der „möglichen Präsenz“ des Wolfes, die nun 82 Gemeinden betrifft, dreimal mehr als im Jahr 2022. In Lavaur wie auch anderswo befürchten die Züchter, allein gelassen zu werden und sich einem Raubtier zu stellen, das sich anpasst, schnell zuschlägt und verschwindet, bevor der OFB eintrifft. Schutzvorrichtungen – Hunde, Gehege, Netze – sind teuer, aufwändig in der Umsetzung und gelten auf bestimmten Farmtypen als unwirksam. Die Entschädigungen gleichen weder die wirtschaftlichen Verluste noch die psychische Belastung der Landwirte aus.

Die Spannungen nehmen zu, die Präfektur will die Lage beruhigen

Das in Lavaur geplante Treffen verspricht äußerst spannend zu werden. Dabei geht es um Assistenzgeräte, Abwehrschüsse (zunehmend zugelassen), aber auch um Risikokartierung. Fünf Gemeinden, darunter Mazamet und Saint-Amans-Soult, werden nun in den „Kreis 1“, den kritischsten, eingestuft. Und die Angst vor einer unkontrollierbaren Verbreitung bereitet der gesamten Abteilung Sorgen. Die Behörden haben versichert, dass sie die Züchter „unterstützen“ und gleichzeitig die Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Schutz der geschützten Art Wolf respektieren wollen. Ein Balanceakt, der nicht mehr jeden überzeugt. Die Züchter ihrerseits fordern Taten statt Versprechungen: schnellen Schutz, vereinfachte Entschädigungen und vor allem die Anerkennung ihres Leidens. Denn in der Tarn-Region sind wilde Tiere kein Mythos mehr, sondern ein sehr reales Problem.