Im Vorfeld der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen in Peru setzt Keiko Fujimori in einem Kontext, der von einem starken Anstieg von Kriminalität und Gewalt geprägt ist, immer offener auf das politische Erbe ihres Vaters, des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori.
Nachdem sie zum vierten Mal in Folge die zweite Runde erreicht hat, tritt Keiko Fujimori im Juni gegen den linken Kandidaten Roberto Sanchez an. Laut dem Ergebnis der ersten Runde erhielt sie 17 % der Stimmen, was insbesondere auf ihr sehr sicherheitspolitisches Programm zurückzuführen ist.
Lange Zeit war die konservative Kandidatin aufgrund des umstrittenen Images ihres Vaters, der vor seinem Tod wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt wurde, vorsichtig, doch nun scheint sie dieses Erbe voll und ganz anzunehmen. Ihr Wahlkampf hebt die in den 1990er Jahren unter Präsident Alberto Fujimori umgesetzten Maßnahmen zur Bekämpfung des maoistischen Aufstands hervor.
Vor dem ersten Wahlgang am 12. April besuchte Keiko Fujimori das Grab ihres Vaters – eine symbolträchtige Geste. Sie verglich die heutigen kriminellen Banden und Erpressernetzwerke mit den Aufstandsbewegungen der Vergangenheit und versprach einen „Frontalkrieg“ gegen das Verbrechen.
Die Kandidatin schlägt unter anderem eine Stärkung der Rolle des Militärs, einen verstärkten Einsatz der Geheimdienste und die Verabschiedung strengerer Anti-Terror-Gesetze vor. Ihr Team ist überzeugt, dass die Sicherheitslage im Land einen Teil der Wählerschaft dazu veranlasst, radikale Maßnahmen zu fordern.
In Peru haben Erpressungen, bandenbezogene Gewalt und organisierte Kriminalität in den letzten Jahren stark zugenommen und in mehreren Regionen des Landes, insbesondere in den Arbeitervierteln von Lima, ein Klima der Besorgnis geschürt.
„Der Fujimorismus ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert“, sagte Luis Galarreta, Vizepräsidentschaftskandidat und enger Verbündeter von Keiko Fujimori, gegenüber Reuters. Laut Galarreta werden die in den 1990er-Jahren umgesetzten Maßnahmen von einigen Peruanern weiterhin als „Retter des Landes“ vor Unsicherheit und Instabilität angesehen.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.