Matthieu Tabaud, ein 46-Jähriger aus Bordeaux, wurde zwei Tage lang vor dem Strafgericht der Pyrénées-Atlantiques in Pau wegen fünf Straftaten angeklagt: Freiheitsberaubung, Entführung, unrechtmäßige Inhaftierung, Ausbeutung einer schutzbedürftigen Person und Geldwäsche. Der Fall begann 2019, als der Angeklagte Jeanne Narbout, eine 88-jährige Witwe aus der Region Béarn, die keine Kinder oder enge Verwandte hatte, ins Visier nahm. Er gab sich als Weinhändler aus. Nachdem er ihr Vertrauen gewonnen hatte, überzeugte er sie, ihr Haus zu verlassen, und ging im Februar 2020 eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit ihr ein. Anschließend erhielt er eine notariell beglaubigte Generalvollmacht für ihr gesamtes Vermögen. Zwei Wochen später begannen die betrügerischen Aktivitäten.
Indem er ihre Ersparnisse, ihre Rente und ihre Bankkarte beschlagnahmte, machte der Angeklagte die ältere Frau nach und nach finanziell von sich abhängig und beraubte sie ihrer Entscheidungsfreiheit und Bewegungsfreiheit. 2022 verschleppte er sie gewaltsam nach Marokko, wo Ermittler sie in einem nur etwa drei Quadratmeter großen Zimmer im Haus der Familie seiner neuen Partnerin eingesperrt vorfanden. Die Polizei gab an, insgesamt 830.000 Euro veruntreut zu haben. Alarm schlug schließlich 2023 ein Geschäftspartner, der irrtümlicherweise eine Kopie des Partnerschaftsvertrags erhalten hatte und einen entfernten Neffen des Opfers informierte.
Sechzehn Jahre beantragt, Ablehnungen bis zum Ende aufrechterhalten
Vor Gericht wies Matthieu Tabaud alle Anschuldigungen zurück und räumte lediglich ein, Jeannettes Vermögen veruntreut zu haben. Er bezeichnete die über 90-Jährige als seine „geistige Taufpatin“ und behauptete, er sei nach Marokko gereist, um dort ein Callcenter zu gründen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von 16 Jahren mit einer Mindestverbüßungsdauer von acht Jahren und befand den Angeklagten in allen Anklagepunkten für schuldig.
Jeanne Narbout starb 2025 im Alter von 94 Jahren in einem Seniorenheim in Casablanca. Der Notar aus Bayonne, der zunächst als Komplize verdächtigt wurde, wurde von der Untersuchungskammer von allen Anklagepunkten freigesprochen. Das Strafgericht verurteilte Matthieu Tabaud schließlich zu elf Jahren Haft.
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