Eine jemenitische bewaffnete Gruppe bekannte sich am Montag zu einem Raketenangriff auf den Öltanker „Amzan“ der saudischen Reederei Bahri vor dem Hafen von Yanbu. Laut Angaben des Reeders sind alle Besatzungsmitglieder wohlauf.
Die Huthis gaben in einer Militärerklärung bekannt, das Schiff „Amzan“ vor der saudischen Küste mit einer ballistischen Rakete angegriffen zu haben. Die Reederei Bahri bestätigte den Vorfall und erklärte, sie stehe weiterhin in Kontakt mit dem Schiff und koordiniere sich eng mit den zuständigen Behörden. Es wurden keine Verletzten unter den Besatzungsmitgliedern gemeldet.
„Die Sicherheit unserer Mitarbeiter, der Schutz der Meeresumwelt und die sichere Führung des Schiffes haben für uns weiterhin höchste Priorität“, erklärte Bahri. Saudi-Arabien hat dies bisher nicht offiziell bestätigt; das Außenministerium reagierte nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Am selben Tag meldete die britische Behörde UK Maritime Trade Operations, dass ein Öltanker etwa 63 Seemeilen (117 km) westlich von Yanbu von einem nicht identifizierten Projektil getroffen worden sei.
Die Huthis stellten den Angriff als „Umsetzung der Entscheidung der Streitkräfte dar, dem saudischen Feind den Zugang zum Meer zu verweigern“. Laut ihrer Erklärung sei der Angriff „präzise und direkt“ gewesen, habe ein Feuer an Bord des Schiffes verursacht und mehrere andere Schiffe in der Gegend zur Flucht gezwungen.
Yanbu ist Saudi-Arabiens wichtigster Ölhafen am Roten Meer, durch den täglich mehrere Millionen Barrel Öl transportiert werden. Seit der von Iran blockierten Straße von Hormus ist diese Wasserstraße zur bevorzugten Ausfahrtsroute für saudische Tanker geworden. Im vergangenen Monat verhängten die Huthis eine Blockade gegen Schiffe mit Verbindungen nach Riad im Roten Meer und haben seither ihre Angriffe auf saudische Ziele verstärkt.
Diese Aktionen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Begrenzung der saudischen Energieexporte inmitten des Konflikts zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. In den vergangenen Wochen tötete die Gruppe außerdem sieben Menschen in einem jemenitischen Hafen, griff eine Raffinerie in Saudi-Arabien an und verübte einen Doppelangriff auf ein Frachtschiff in der Meerenge von Bab al-Mandab, bei dem mindestens sechs Menschen getötet und zehn weitere verletzt wurden.
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