Die Kämpfe um den Ali-al-Taher-Kamm im Südlibanon konzentrieren sich nun auf ein weitverzweigtes unterirdisches Netzwerk der Hisbollah. Mehrere Dutzend Kämpfer der schiitischen Organisation sollen sich dort noch immer verschanzt haben, zusammen mit Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarde. Unter ihnen befinden sich Berichten zufolge hochrangige iranische Offiziere. Die israelische Armee kontrolliert den Zugang zu diesem strategisch wichtigen Gebiet nahe Nabatieh und hält den Druck auf die Tunnel aufrecht. Die Männer im Inneren geraten dadurch in eine zunehmend prekäre Lage, und eine Kapitulation wurde noch nicht verkündet.
Mitglieder der Revolutionsgarden im Untergrund
Die iranische Präsenz ist einer der heikelsten Aspekte dieser Konfrontation. Angehörige der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und der Quds-Einheit sollen sich gemeinsam mit der Hisbollah in dem Komplex aufhalten. Ihre genaue Anzahl und Identität wurden nicht öffentlich bekannt gegeben. Mehrere aktuelle Berichte deuten jedoch darauf hin, dass sich hochrangige iranische Offiziere weiterhin unter Ali al-Taher verschanzt haben. Ihre mögliche Gefangennahme durch Israel wäre für Teheran eine besonders heikle Entwicklung. Die Anwesenheit iranischen Personals im Libanon ist nicht neu. Seit Beginn des Konflikts haben mehrere Fälle die Beteiligung von IRGC-Mitgliedern an der Seite der Hisbollah bestätigt. Bemerkenswerterweise wurden im März bei einem israelischen Luftangriff in Beirut iranische Offiziere getötet.
Dutzende Männer eingeschlossen
Die genaue Anzahl der Kämpfer unter der Erde ist weiterhin unklar. Schätzungen der letzten Wochen gehen im Allgemeinen von 30 bis 40 Hisbollah-Kämpfern in den Tunneln aus. Die Anwesenheit iranischer Kräfte erhöht diese Zahl, auch wenn keine genaue Zählung möglich ist. Die israelische Armee hat sich entschieden, das Netzwerk zu isolieren, anstatt ihre Soldaten sofort in den besonders gefährlichen Untergrundkampf zu schicken. Ausgänge werden überwacht, und die Bewegungsfreiheit auf dem Bergrücken ist stark eingeschränkt. Roboter und ferngesteuerte Fahrzeuge werden ebenfalls im Bereich des Komplexes eingesetzt, um Zugangspunkte zu überwachen und die direkte Gefährdung israelischer Soldaten zu minimieren.
Ein riesiger Militärkomplex unter Ali al-Taher
Die unterirdischen Anlagen von Ali al-Taher stellen eine der größten militärischen Herausforderungen in der Region Nabatieh dar. Das Netzwerk steht in Verbindung mit der Badr-Einheit der Hisbollah, die ein Gebiet nördlich des Litani-Flusses kontrolliert. Israel behauptet, diese Anlagen seien mit iranischer Unterstützung errichtet worden und dienten unter anderem als Kommandozentrale, Waffenlager und zur Unterstützung der Raketenoperationen der Hisbollah. Der Komplex liegt tief unter der Erde. Diese Lage erklärt die Schwierigkeiten bei der Bekämpfung aus der Luft und die vorsichtige Vorgehensweise des israelischen Militärs bei jedem möglichen Einsatz im Inneren.
Ein strategischer Bergrücken in 600 Metern Höhe
Ali al-Taher liegt nördlich des Litani-Flusses, nahe Nabatieh. Der etwa 600 Meter hohe Bergrücken bietet einen weiten Überblick über die Umgebung und eine besonders vorteilhafte militärische Position. Die Kämpfe um diese Höhe waren heftig. Insbesondere die Hisbollah griff im Juni israelische Streitkräfte in dem Gebiet an. Mehrere israelische Soldaten kamen bei den Gefechten um Ali al-Taher und Kfar Tebnit ums Leben. Seitdem hat Israel seine Verteidigungsanlagen rund um den Bergrücken und seine unterirdische Infrastruktur schrittweise verstärkt.
Israel behält die Kontrolle über die Tunnel.
Die israelische Strategie besteht nun darin, die verschanzten Männer daran zu hindern, die unterirdischen Tunnel zu verlassen oder sich unkompliziert mit Nachschub zu versorgen. Die verfügbaren Vorräte im Inneren sind daher ein entscheidender Faktor für die Dauer der Belagerung. Berichten zufolge herrscht unter den Eingeschlossenen Mangel an Nahrungsmitteln und Ausrüstung. Es gibt auch Berichte über eine Unterbrechung der Wasserversorgung, doch lassen sich nicht alle Details der Belagerung unabhängig überprüfen. Trotz dieses Drucks gibt es derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass die noch anwesenden Hisbollah-Kämpfer und iranischen Kräfte eine Kapitulation in Erwägung ziehen.
Das Schicksal iranischer Offiziere im Zentrum der Spannungen
Die Lage gewinnt durch die gemeldete Anwesenheit iranischer Offiziere innerhalb des Komplexes eine neue Dimension. Ihr Tod, ihre Flucht aus den Tunneln oder, noch wichtiger, ihre Gefangennahme durch die israelische Armee könnten weitreichendere Folgen haben als die Schlacht von Ali al-Taher. Für Israel würde die vollständige Kontrolle über das Netzwerk eine bedeutende Infrastruktur der Hisbollah im Südlibanon neutralisieren. Für die Hisbollah und den Iran hat es nun oberste Priorität, den Verlust ihrer eigenen Leute und dieser strategisch wichtigen unterirdischen Anlage zu verhindern. Derzeit hält die israelische Armee die Einkesselung aufrecht. Mehrere Dutzend Männer verschanzen sich weiterhin unter dem Hügelkamm, und das Schicksal etwaiger iranischer Soldaten unter ihnen ist ungewiss.