In Island schlossen am Samstagabend die Wahllokale nach einem Referendum über die Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union. Rund 265.000 Wählerinnen und Wähler wurden gebeten, diese Frage mit Ja oder Nein zu beantworten, obwohl die Abstimmung nicht direkt den Beitritt des Landes zur EU betraf.
Die Stimmauszählung begann nach Schließung der Wahllokale um 22 Uhr. Da keine Wählerbefragungen vorlagen, könnte es mehrere Stunden dauern, bis sich ein klarer Trend abzeichnet. Mit einem Endergebnis wird am Sonntag gerechnet, da einige Stimmzettel noch aus abgelegenen Gebieten transportiert werden müssen.
Angeln und die Lebenshaltungskosten stehen im Mittelpunkt der Debatte
Jüngste Umfragen sagten ein besonders knappes Abstimmungsergebnis voraus. Laut einer Gallup-Umfrage sprachen sich 51,6 % der Wähler gegen die Wiederaufnahme der Gespräche aus, während 48,4 % dafür waren. Eine frühere Studie sah die Befürworter jedoch leicht vorn, was die Unsicherheit über den Ausgang bestätigte.
Island reichte seinen Antrag bei der Europäischen Union 2009 ein, setzte die Verhandlungen jedoch 2013 aus. Befürworter engerer Beziehungen betonen die wirtschaftliche und geopolitische Stabilität, während Gegner einen Souveränitätsverlust, insbesondere im strategischen Fischereisektor, befürchten. Ein „Ja“ würde lediglich neue Verhandlungen eröffnen, deren endgültige Vereinbarung anschließend in einem zweiten Referendum zur Abstimmung gestellt werden müsste.
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