Die Gießerei Bretagne (FDB), die Anfang Juli in Insolvenz geriet, hat eine Fristverlängerung für die Suche nach einem Käufer erhalten. Das Handelsgericht Lorient gewährte dem Unternehmen am Freitag einen Aufschub bis zum 11. September, dem Stichtag für die Einreichung von Übernahmeangeboten. Laut Gewerkschaft CGT werden ausschließlich Angebote von Industrieunternehmen, nicht aber von Finanzinvestoren berücksichtigt.
Das Unternehmen in Caudan, Morbihan, das rund 245 Mitarbeiter beschäftigt, musste ebenfalls mehrere Millionen Euro sichern, um eine sofortige Liquidation zu vermeiden. Schließlich wurde eine Einigung erzielt, 4,5 Millionen Euro aus dem von Renault, dem ehemaligen Eigentümer des Standorts, eingerichteten Treuhandfonds freizugeben. Diese Summe soll den Fortbestand des Betriebs bis zum 15. Oktober sichern, dem Tag, an dem das Gericht die Situation neu bewerten wird.
Die Debatte um die Zukunft der Gießerei spitzt sich zu.
Der für Industrie zuständige Minister Sébastien Martin begrüßte das Eingreifen der Regierung und ist überzeugt, dass diese Lösung die Suche nach einem nachhaltigen Industrieprojekt fortsetzen wird. Damien Girard, der Abgeordnete der Grünen für Morbihan, hält hingegen die Gewinnung eines Käufers für unwahrscheinlich und plädiert für eine vorübergehende Verstaatlichung, um die Zukunft des Standorts zu sichern.
Die Gießerei in der Bretagne, die im April 2025 von Europlasma übernommen wurde, steht nach ihrer Insolvenz vor einer neuen Krise. Die Produktion, die nach einem Brand, der einen Ofen beschädigte, fast sechs Monate lang stillstand, wurde erst Anfang Juli mit zwei der vier Öfen wieder aufgenommen. Europlasma hatte sich verpflichtet, über drei Jahre 15 Millionen Euro in die Modernisierung und Diversifizierung des Standorts zu investieren, insbesondere in die Fertigung von Komponenten für die Verteidigungsindustrie.
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