Das Wiederauftreten von durch Mücken übertragenen Krankheiten versetzt Frankreich in höchste Alarmbereitschaft.
Das Wiederauftreten von durch Mücken übertragenen Krankheiten versetzt Frankreich in höchste Alarmbereitschaft.

Frankreich erlebt einen erneuten Anstieg von durch Mücken übertragenen Krankheiten. Ursache dafür ist die etablierte Präsenz der Tigermücke und die zunehmend günstigen klimatischen Bedingungen für ihre Vermehrung. Seit dem 1. Mai, dem Beginn der verstärkten Überwachung von Arboviren, haben die Gesundheitsbehörden 293 importierte Fälle registriert: 215 Fälle von Denguefieber, 69 von Chikungunya und 9 von Zika. Bis Mitte Juli wurden zwar noch keine lokal erworbenen Fälle dieser drei Krankheiten auf dem französischen Festland festgestellt, die Behörden bleiben aber während der Sommermonate besonders wachsam.

Am 16. Juli bestätigte die französische Gesundheitsbehörde Public Health den ersten lokal erworbenen Fall des West-Nil-Virus im Jahr 2026 im Département Pyrénées-Orientales. Dieses Virus, das von Culex-Mücken nach Infektion durch Wildvögel übertragen wird, kann beim Menschen schwere neurologische Erkrankungen verursachen. Dieser Nachweis folgt auf ein Jahr 2025, das von einer beispiellosen Ausbreitung des Virus geprägt war: 62 lokal erworbene Fälle wurden in 17 Départements, darunter Île-de-France und Normandie, festgestellt.

Der Klimawandel verlängert die Mückensaison

Das Gesundheitsrisiko wird durch mehrere Faktoren begünstigt. Frühe Hitzewellen, mildere Winter und die Zunahme stehender Gewässer fördern die Vermehrung von Mücken über immer längere Zeiträume. Gleichzeitig erhöht der Anstieg des internationalen Reiseverkehrs die Zahl importierter Fälle, die lokal übertragen werden können, wenn eine infizierte Person in Frankreich von einer Mücke gestochen wird.

Angesichts dieser Entwicklung konzentrieren sich die Behörden auf die schnelle Meldung von Fällen, die Bekämpfung von Stechmücken im Umfeld infizierter Personen und die Beseitigung von Brutstätten. Die französische Gesundheitsbehörde empfiehlt insbesondere, Wasserbehälter regelmäßig zu leeren, Insektenschutzmittel zu verwenden, Moskitonetze anzubringen und in exponierten Bereichen Schutzkleidung zu tragen. Durch Vektoren übertragene Krankheiten gelten in Frankreich mittlerweile als langfristige Herausforderung für die öffentliche Gesundheit.

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