Christopher Nolan erweitert mit seinem grandiosen „Die Odyssee“ die Grenzen von IMAX.
Christopher Nolan erweitert mit seinem grandiosen „Die Odyssee“ die Grenzen von IMAX.

Mit „Die Odyssee“ hebt Christopher Nolan den Einsatz der IMAX-Technologie auf ein neues Niveau. Der britisch-amerikanische Regisseur drehte diese Adaption von Homers Epos erstmals für einen Spielfilm komplett mit diesen Großformatkameras. Er betont, dass dieser technologische Fortschritt außergewöhnlich scharfe Bilder ermöglicht und gleichzeitig ein beispielloses Eintauchen in Odysseus’ mythologische Reise bietet.

IMAX-Kameras, angepasst für die intimsten Szenen

Seit Jahren betrachtet Christopher Nolan IMAX als weit mehr als nur ein spektakuläres Werkzeug. Das Format, das bereits in „The Dark Knight“, „Interstellar“, „Dunkirk“, „Tenet“ und „Oppenheimer“ zum Einsatz kam, ist zu einem echten visuellen Markenzeichen des Filmemachers geworden. Für „Die Odyssee im Weltraum“ wollte er jedoch noch einen Schritt weiter gehen und diese Technologie auch in Dialogszenen und den intimsten Momenten zwischen den Figuren einsetzen.

Bislang stellten IMAX-Filmkameras ein großes Hindernis dar: Ihr Betrieb war besonders laut, was es schwierig machte, Gespräche zwischen Schauspielern direkt aufzuzeichnen. In einem Interview mit France Culture erklärt Christopher Nolan, dass umfangreiche Entwicklungsarbeit nötig war, um leisere Geräte zu konstruieren. Nach und nach wurden Schalldämmungssysteme entwickelt, um die Dialoge zwischen Odysseus und Penelope in Nahaufnahme filmen zu können – ein Novum laut Regisseur.

Dank dieser Verbesserungen, so Nolan, habe er „großartige, extrem scharfe Bilder“ erhalten. Für ihn bleibt IMAX das Format, das der menschlichen Wahrnehmung am nächsten kommt, insbesondere aufgrund der außergewöhnlichen Größe des 70-mm-Negativs, das mehr Tiefe und Detailreichtum bietet als herkömmliche Formate.

Eine Technologie, die zu Nolans filmischer Sprache geworden ist.

Der Filmemacher erzählt, wie er als Teenager IMAX entdeckte, als er Dokumentarfilme in diesem Format sah. Damals fragte er sich, warum diese Technologie nicht häufiger in großen Hollywood-Produktionen eingesetzt wurde. Einige Jahre später machte er sie zu einem zentralen Element seiner Regiearbeit.

Die Dreharbeiten zu „The Odyssey“ stellen somit den Höhepunkt einer Entwicklung dar, die 2008 mit „The Dark Knight“ begann, dessen einige Sequenzen in IMAX gedreht wurden. Seitdem hat Nolan den Einsatz dieses Verfahrens kontinuierlich erweitert: Die Weltraumlandschaften von „Interstellar“, die Luftschlachten von „Dunkirk“ und die Explosionen und Nahaufnahmen von „Oppenheimer“ nutzten jeweils die immersiven Möglichkeiten dieses Formats.

Für dieses neue, von Homer inspirierte Epos mit Matt Damon als Odysseus und Anne Hathaway, Tom Holland, Zendaya, Robert Pattinson und Charlize Theron wollte der Regisseur, dass die Zuschauer sich mitten im Abenteuer fühlen. Er betont, dass IMAX das ideale Format sei, um die Präsenz von Odysseus' Schiff und die Weite der vom griechischen Helden durchquerten Landschaften wirklich zu erleben.

Während der Film in vielen Kinos traditionell gezeigt wird, bieten einige Spielstätten einen Einblick in das von Nolan beabsichtigte Erlebnis, insbesondere 70-mm-Filmvorführungen in speziell ausgestatteten Sälen. Der Regisseur setzt sich damit weiterhin für eine Vision des Kinos ein, in der die Bildgewalt und das gemeinsame Erlebnis im Kinosaal im Vergleich zum heimischen Bildschirm unersetzlich bleiben.

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