Die Internationale Weltraumuniversität (ISU), eine private Hochschule für Raumfahrtberufe mit über dreißigjähriger Tradition in Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg, wurde liquidiert. Das Straßburger Gericht stellte fest, dass die Universität ihren laufenden Betrieb, einschließlich Gehälter, Miete und Lieferantenrechnungen, nicht mehr decken konnte. Die Entscheidung führt zur Entlassung von rund zwanzig Mitarbeitern und lässt Studierende der Sommerprogramme auf die mögliche Rückerstattung ihrer Studiengebühren warten.
Laut der Straßburger Eurometropolis, der der Campus gehört, hatte die Hochschule zudem unbezahlte Rechnungen in Höhe von fast 96.000 € angehäuft. Zwei Übernahmeangebote, eines davon von Mitarbeitern, wurden gerichtlich geprüft, jedoch wurde keines als ausreichend solide für die langfristige Sicherung der Hochschule eingestuft. Die Sorgen um die finanzielle Lage der ISU hatten sich bereits seit mehreren Monaten verstärkt.
Ein globaler Maßstab, geschwächt durch seine finanziellen Schwierigkeiten
Die 1987 in Boston gegründete und 1995 ins Elsass verlegte Internationale Weltraumuniversität entwickelte sich zu einem international führenden Ausbildungszentrum für die Raumfahrtindustrie. Die Einrichtung bot multidisziplinäre Studiengänge an, die Naturwissenschaften, Ingenieurwesen, Recht, Wirtschaft und Management mit Bezug zur Raumfahrtbranche verbanden. Ihre Finanzierung erfolgte hauptsächlich über Studiengebühren und durch die Unterstützung von Partnern wie der NASA, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und verschiedenen Industrieunternehmen.
Die Universität verfügt über ein Netzwerk von über 6.000 Alumni, darunter Astronauten, Führungskräfte von Raumfahrtagenturen und Unternehmer der Branche. Zu ihren Absolventen zählen die Astronautinnen Jessica Meir und Sophie Adenot, derzeit Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation (ISS). Die Eurometropolis Straßburg prüft aktuell die Zukunft des Campus, während ehemalige Verwaltungsangestellte und Absolventen versuchen, einige Aktivitäten dieser traditionsreichen Institution im Raumfahrtsektor zu erhalten.
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