Philippe Geluck gibt sein Katzenmuseum mangels finanzieller Mittel auf.
Philippe Geluck gibt sein Katzenmuseum mangels finanzieller Mittel auf.

Nach über zehn Jahren der Hoffnung und Vorbereitung wird das Museumsprojekt für Philippe Gelucks Katze in Brüssel nun doch nicht realisiert. Der belgische Karikaturist gab seinen Rückzug von dem Kulturvorhaben bekannt und erklärte, die explodierenden Bau- und Entwicklungskosten machten die Fortführung des Projekts unmöglich. Diese Aufgabe ist ein schwerer Schlag für den Künstler, der dem Karikaturhumor im Herzen der belgischen Hauptstadt institutionelle Anerkennung verschaffen wollte.

Ein Kulturprojekt, das von explodierenden Kosten überrollt wird

Das 2015 konzipierte Museum für Katzen und Humorvolles Zeichnen war im Brüsseler Museumsviertel, nur einen Steinwurf vom Place Royale entfernt, geplant. Das geplante Gebäude mit einer Fläche von rund 3.000 m² sollte die Werke von Philippe Geluck beherbergen und die Geschichte des humorvollen Zeichnens anhand von Ausstellungen und Werken anderer Künstler nachzeichnen.

Die ursprünglich für 2019 angekündigte Eröffnung wurde aufgrund von Bauverzögerungen wiederholt verschoben. Die Region Brüssel-Hauptstadt, Eigentümerin des Gebäudes und verantwortlich für die Bauarbeiten, peilte nun eine Fertigstellung im Herbst 2026 an. In der Zwischenzeit sind die Projektkosten jedoch erheblich gestiegen. Laut Angaben der regionalen Behörden hat sich das Baubudget von ursprünglich rund 4 Millionen Euro auf fast 15 Millionen Euro erhöht.

Philippe Geluck sollte seinerseits die gesamte Innenausstattung finanzieren, einschließlich Szenografie, technischer Installationen und der für den Museumsbetrieb notwendigen Ausrüstung. Dieser Teil des Budgets, der 2016 auf 4,5 Millionen Euro geschätzt wurde, hätte heute etwa 7 Millionen Euro betragen. „Das ist keine Laune, sondern schlichtweg unmöglich“, erklärte der Karikaturist gegenüber der AFP und verwies auf die steigenden Kosten infolge verschiedener internationaler Wirtschaftskrisen.

Brüssel sucht nun nach einer Zukunft für das Gebäude.

Le Chat (Die Katze), 1983 erschaffen, ist dank seines absurden Humors und seiner schrägen Gesellschaftskritik zu einer Kultfigur der belgischen Comicszene geworden. Mit Dutzenden veröffentlichten Alben hat sich die von Geluck erdachte Figur als populäres Symbol und Botschafter satirischer Comics etabliert.

Zur Finanzierung seines Museums hatte der Künstler insbesondere auf seine monumentalen Bronzekatzenskulpturen gesetzt, die 2021 auf den Champs-Élysées ausgestellt wurden. Trotz dieser Initiativen konnte keine finanzielle Stabilität erreicht werden.

Die Region Brüssel möchte jedoch den kulturellen Schwerpunkt des Geländes beibehalten. „Ob mit oder ohne Philippe Geluck, es wird ein bedeutendes Museum geben“, versicherte Ministerpräsident Boris Dilliès. Die Gespräche zwischen den Vertretern des Künstlers und den Behörden zur Klärung der rechtlichen Folgen der Beendigung dieser Partnerschaft dauern an. Die Region erklärte außerdem, dass Philippe Geluck sich an der Suche nach einem neuen Projekt für das Gelände beteiligen könnte.

Das Scheitern des Katzenmuseums verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen manche große Kulturprojekte konfrontiert sind, wenn sie zwischen dem Anspruch auf kulturelles Erbe und wirtschaftlichen Realitäten hin- und hergerissen werden. Auch die berühmte Katze selbst muss noch eine Weile warten, bis sie in Brüssel, ihrer Geburtsstadt, ein dauerhaftes Zuhause findet.

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