Nach mehr als fünfzehn Jahren an der Spitze renommierter ausländischer Unternehmen kehrt Manuel Legris in das Haus zurück, in dem er künstlerisch geboren wurde. Der ehemalige Primaballerina hat eine neue Version von Léo Delibes‘ Ballett Sylvia geschaffen, die vom 8. Mai bis 4. Juni 2025 im Palais Garnier aufgeführt wird. Ein historisches Werk, das mit Leidenschaft, Genauigkeit und einem tiefen Gespür für die Weitergabe neu interpretiert wurde.
Eine Ballettlegende im Dienste eines vergessenen Meisterwerks
Sylvia wurde 1876 im Palais Garnier uraufgeführt und war das allererste Ballett, das dort aufgeführt wurde. Das von der Mythologie inspirierte Werk zeigt die Nymphe Sylvia, Protegé der Jagdgöttin Diana, die zwischen ihrem Keuschheitsgelübde und ihrer Liebe zum Hirten Aminta hin- und hergerissen ist. Dieses prächtig orchestrierte Ballett, das in Paris mehrere Jahrzehnte lang kaum aufgeführt wurde, kehrt nun dank Manuel Legris endlich auf die Bühne zurück, auf der es geboren wurde. Er hat eine narrativere und theatralischere Version geschaffen, die insbesondere einen Prolog über die Qualen Dianas enthält.
Mit 60 Jahren kehrt der Star mit einer XNUMX-jährigen Karriere an der Oper als Choreograf zurück und greift dabei auf seine Erfahrungen in Wien und Mailand zurück. Für ihn ist Sylvia eine Selbstverständlichkeit, ein Ballett, das er seit seiner Kindheit bewundert und das er bereits im Ausland inszeniert hat. Sein Ansatz verbindet Treue zum klassischen Vokabular mit zeitgenössischem dramatischen Flair, wobei er stets auf Lesbarkeit und Eleganz achtet. Legris kümmerte sich auch um die Dramaturgie der männlichen Rollen und verlieh Aminta, Eros und Orion eine neue Präsenz.
Eine neue Generation von Solisten im Rampenlicht
Die Produktion basiert auf einer renommierten und abwechslungsreichen Besetzung, die in sechs Wechsel aufgeteilt ist. Amandine Albisson, Sae Eun Park, Valentine Colasante und Inès McIntosh spielen abwechselnd Sylvia, neben Paul Marque, Guillaume Diop und Francesco Mura in der Rolle der Aminta. Der schelmische und entschlossene Gott Eros wird vielversprechenden jungen Talenten anvertraut, während die kraftvolle Figur der Diana von Roxane Stojanov, Héloïse Bourdon und Bianca Scudamore verteidigt wird.
Im Studio dirigiert Legris mit Energie und Präzision. Er spart weder mit Korrekturen noch mit Ermutigungen und wechselt technische Demonstrationen mit poetischen Hinweisen ab. Seine ansteckende Begeisterung weckt einen Geist des Zusammenhalts und des Vertrauens. Und um die Weitergabe zu verstärken, begleitet ein ehemaliger Star des Hauses, Claude de Vulpian, Trainer der Ausgabe von 1976, die jüngeren Generationen.
Mit Sylvia nimmt die Pariser Oper ein vergessenes Juwel des französischen romantischen Balletts wieder in ihr Repertoire auf, sublimiert durch das Engagement eines Künstlers, der seinen Wurzeln treu bleibt. Diese lang erwartete Rückkehr besiegelt die Wiedervereinigung zwischen Manuel Legris und dem Pariser Publikum. Eine Wiedergeburt in Form einer Hommage, aber auch ein Versprechen für die Zukunft.