Innerhalb der Stadtmauern von Provins, einer UNESCO-Weltkulturerbestadt, bietet die Show „Adler der Stadtmauern“ von Ende März bis zum 1. November ein Eintauchen in die alte Kunst der berittenen Falknerei. Die 45-minütige Show, die seit fünfundzwanzig Jahren von der Firma Vol Libre unter der künstlerischen Leitung von Philippe Hertel produziert wird, präsentiert 90 Greifvögel aus zwanzig verschiedenen Arten.
Ein Wandgemälde, das die Geschichte der Falknerei darstellt
Die Ausstellung zeichnet den Weg dieser alten Kunst von den Steppen Zentralasiens über den Nahen Osten bis an die Höfe europäischer Feudalherren nach, wo die Beherrschung von Greifvögeln sowohl ein Symbol sozialen Prestiges als auch eine hohe technische Fertigkeit war. Die Zuschauer entdecken die Majestät der Adler, die Wendigkeit von Bussarden und Milanen, die Geschwindigkeit der Falken, die Eleganz der Sekretärvögel sowie den lautlosen Flug der Eulen, die frei über den Stadtmauern kreisen.
Pferde und Greifvögel bewegen sich in diesem Luftballett Seite an Seite; die Falknerei selbst ist seit 2010 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt und wird als lebendige Praxis von vielen Ländern der Welt geteilt.
Eine Tradition, die nicht immun gegen Kritik ist
Im vergangenen Jahr protestierten Tierschützer gegen die Show und forderten deren Absage, jedoch ohne Erfolg. Vol Libre betont seinerseits, dass es ihr Ziel sei, traditionelle Fertigkeiten zu vermitteln und zu bewahren, und nicht lediglich eine Touristenattraktion zu sein.
Das Théâtre des Remparts, der historische Schauplatz der Show, bietet Aufführungen nach unterschiedlichen Spielplänen, abhängig von den Jahreszeiten, Wochenenden und Schulferien. Während des Mittelalterfestivals von Provins, das jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher in die Stadt lockt, gibt es vermehrt Aufführungen.
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