Frankreich hat bereits vor Ende Juli eine beispiellose Schwelle überschritten. Seit dem 1. Januar 2026 wurden 69.473 Hektar bewaldet. von Bränden verwüstetIm Vergleich dazu belief sich die Fläche im gesamten Jahr 2022 auf 66.337 Hektar. Der bisherige Rekord der Messreihe, die im Jahr 2006 begann, wurde somit um 3.136 Hektar übertroffen, und der Sommer ist noch lange nicht vorbei.
Der Jahresrekord von 2022 wurde in sieben Monaten gebrochen.
Bislang galt 2022 als das Jahr mit den schlimmsten Waldbränden der letzten zwei Jahrzehnte. Die massiven Brände in der Gironde, insbesondere in La Teste-de-Buch, Landiras und Hostens, ließen die jährliche Brandfläche auf über 66.000 Hektar ansteigen. Vier Jahre später wurde diese Zahl bereits in nur sieben Monaten übertroffen. Auch die für 2026 prognostizierte Fläche ist mehr als doppelt so hoch wie die rund 30.000 Hektar, die 2025 in ganz Frankreich zerstört wurden. Der Anstieg verlief im Juli besonders rasant. Mitte Juli lag die Fläche bei etwas über 42.000 Hektar. Wenige Tage später erreichte sie rund 46.000 Hektar, bevor sie aufgrund neuer Brände im Südwesten auf fast 70.000 Hektar anstieg.
Gironde und Landes schlagen erneut zu
Die Brände in den Regionen Gironde und Landes haben die nationale Brandkatastrophe deutlich verschärft. Im Becken von Arcachon mussten Zehntausende Anwohner und Urlauber ihre Häuser, Campingplätze und andere Unterkünfte vor den Flammen verlassen. Das Feuer, das in der Nähe von Saumos ausbrach, breitete sich in Richtung der Halbinsel Lège-Cap-Ferret aus und zerstörte über 10.000 Hektar. Mehrere Dörfer wurden evakuiert, und Einsatzkräfte zu Land und aus der Luft aus verschiedenen französischen Regionen und mehreren europäischen Ländern wurden mobilisiert. Ein weiterer Brand nahe Biscarrosse führte zu zusätzlichen Evakuierungen in den Landes. Diese Brände gesellten sich zu den bereits seit Jahresbeginn registrierten Bränden im Var, in der Bretagne, in Südfrankreich und sogar in der Region Paris. Insbesondere der Wald von Fontainebleau erlebte im Juli einen für diese Region außergewöhnlich großen Brand.
Eine regelmäßig aktualisierte Satellitenzählung
Die 69.473 Hektar entsprechen den vom europäischen EFFIS-System mithilfe von Satellitenbildern kartierten Flächen. Dieses System erfasst vorwiegend Brände ab einer Größe von etwa 30 Hektar, die mindestens einen Teil eines Waldgebiets betreffen. Die Grenzen werden neu gezogen, sobald präzisere Bilder verfügbar sind. Die Gesamtfläche kann daher weiter steigen, selbst nachdem ein Brand unter Kontrolle gebracht wurde. Kleine, unberührte Bereiche innerhalb eines Brandperimeters werden herausgerechnet, sofern sie auf den Bildern erkennbar sind. Diese Berechnungsmethode erklärt die Abweichung von den von den französischen Behörden veröffentlichten Zahlen. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Samstag von rund 50.000 Hektar verbrannter Fläche und 32 noch brennenden Bränden. Die nationalen und die Satellitendaten basieren nicht auf denselben Kriterien, Schwellenwerten oder Aktualisierungsfrequenzen.
Die Gefahr bleibt in Teilen des Landes extrem.
Die Lage in Südwestfrankreich bleibt besonders angespannt. Europäische Prognosen stufen Teile dieser Region als „extrem“ gefährdet durch Waldbrände ein, wobei sich die Risikogebiete westwärts und bis nach Zentralfrankreich erstrecken. Hohe Temperaturen, ausbleibender Regen, trockene Vegetation und wechselnde Winde erschweren die Arbeit der Feuerwehrleute. Über 1.000 Soldaten werden zur Unterstützung der Rettungsdienste in den am stärksten betroffenen Gebieten eingesetzt. Der Rekord von 2022 wurde bereits übertroffen, die Zahlen für 2026 sind jedoch noch vorläufig. August und September zählen typischerweise zu den Monaten mit der höchsten Waldbrandgefahr. Jeder neue Brand und jede Neubewertung bereits betroffener Gebiete könnte die Gesamtzahl, die seit Beginn der europäischen Satellitenüberwachung bereits ein beispielloses Niveau erreicht hat, weiter erhöhen.