Beste Serie, Sonderpreis für die gesamte Besetzung und der Schülerpreis: Alice & Steve verließ die Canneseries 2026 Ende April mit drei Auszeichnungen. Die britische Komödie, kreiert von Sophie Goodhart – bekannt als Showrunnerin von Rivals und mehreren Staffeln von Sex Education – ist seit Montag, dem 8. Juni, mit sechs Folgen auf Disney+ verfügbar. In den Hauptrollen spielen Nicola Walker, ein bekanntes Gesicht im britischen Fernsehen (Annika, Last Tango in Halifax), und der Neuseeländer Jemaine Clement (What We Do in the Shadows) zwei Mittfünfziger, die von ihrer Coolness und ihrem Humor überzeugt sind, bis Steve eine Affäre mit Izzy, Alices 25 Jahre jüngerer Tochter, beginnt. Was als perfekte Freundschaft geplant war, gerät schnell zum erbitterten Krieg.
Eine einfache Prämisse, eine Kettenreaktion moralischer Krisen und Missverständnisse
Die Prämisse der Serie ist bewusst direkt: Was wäre, wenn das Schlimmste, was einer langjährigen Freundschaft passieren könnte, wäre, dass eine der beiden mit der Tochter der anderen schläft? Um diese zentrale Frage kreisen Alices schüchterner Ehemann auf der Suche nach seiner Identität; ihr Sohn Dom, der die Komplexität der Gefühle entdeckt; und Izzys Freunde, die sie seit zwanzig Jahren kennt und deren wachsendes politisches Bewusstsein die Kluft zwischen den Generationen und Steve vergrößert. Laut France Télévisions wird „Alice und Steve“ wie ein saures Bonbon konsumiert, angetrieben von Wohlfühlmomenten und zynischem Humor – wobei man die Unglaubwürdigkeit der plötzlichen Affäre, die die größte Schwäche der Serie darstellt, durchaus in Kauf nehmen muss.
Nicola Walker, laut Presseberichten die interessanteste Figur der Serie.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Nicola Walker, die allen die Show stiehlt. Ihre Alice schwankt zwischen brodelnder Wut, mütterlichem Instinkt und einer Eifersucht, die sie selbst nur schwer fassen kann. Auf ihrem Rachefeldzug gerät sie in einen Konflikt mit ihren eigenen Ambitionen – eine gute Mutter, eine gute Ehefrau, eine gute Freundin und eine gute Kollegin zu sein –, was zu einer unbeholfenen, zugleich amüsanten und letztlich berührenden Situation führt. France Télévisions bezeichnet sie unumwunden als „die interessanteste Figur der Serie“. Die Komödie, mit ihrem bissigen Humor, thematisiert Einverständnis, Altersunterschiede und vor allem die Schwierigkeit für Eltern, die Entscheidungen ihrer Kinder zu akzeptieren.
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