Die siebenteilige Serie „The Hack“, die seit dem 12. Juni auf Arte verfügbar ist, erzählt eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der britischen Presse. Die von Jack Thorne („Adolescence“) entwickelte und zusammen mit Annalisa D’Inella („Sex Education“) geschriebene Serie begleitet den Guardian-Journalisten Nick Davies (gespielt von David Tennant) bei seinen Ermittlungen zum illegalen Telefonabhören durch die Boulevardzeitung „News of the World“, die dem australisch-amerikanischen Medienmogul Rupert Murdoch gehört. Die 1843 gegründete Wochenzeitung beauftragte zwischen 2000 und 2006 Privatdetektive und die Detektei Southern Investigations, die Voicemails von über 4.000 Menschen abzuhören: Politiker, Prominente wie Jude Law und Sienna Miller, Mitglieder der königlichen Familie, darunter Prinz William, sowie Verbrechensopfer. Das Ziel: vertrauliche Details aufzudecken und auf der Titelseite zu veröffentlichen, selbst wenn dies bedeutete, Leben zu zerstören.
Milly Dowler, Murdoch und der Untergang eines Imperiums: ein Staatsskandal
Die Enthüllung im Juli 2011, dass die Voicemail von Milly Dowler, einer 2002 entführten und ermordeten Jugendlichen, abgehört worden war, löste einen nationalen Schock aus und führte am 10. Juli 2011 nach 168 Jahren zur Einstellung der Zeitung. Um den Skandal zu beschwichtigen, zahlte die „News of the World“ über eine Million Pfund Sterling an einige Kläger, und Murdoch sollte schließlich Dutzende Millionen an Entschädigungen zahlen. Die darauffolgende parlamentarische Untersuchung enthüllte gefährliche Verbindungen zwischen dem News-Corp.-Imperium, Teilen von Scotland Yard und der Politik: Der Kommunikationsdirektor von Premierminister David Cameron im Jahr 2010 war kein Geringerer als der ehemalige Chefredakteur der „News of the World“, Andy Coulson, der 2014 zu 18 Monaten Haft verurteilt wurde. Auch David Tennant wurde Opfer des Telefonabhörens: „Ich erhielt einen Anruf von der Polizei, die mir mitteilte, dass mein Name in einem Notizbuch stand, und ich schloss mich der Gruppe an, die den Fall vor Gericht brachte“, sagte er dem Guardian.
Eine packende Serie über einen kaltblütigen Mord, allerdings mit einer manchmal verwirrenden Erzählweise.
Vor dem Hintergrund der Serie ermittelt der Polizist Dave Cook (brillant gespielt von Robert Carlyle) im ungelösten Mordfall des Privatdetektivs Daniel Morgan, der 1987 getötet wurde. Einer von Morgans ehemaligen Mitarbeitern, Jonathan Rees, gerät ins Zentrum der Ermittlungen: Er wird beschuldigt, Verbindungen zu korrupten Polizisten zu haben und arbeitete regelmäßig für die „News of the World“. Für Jack Thorne verkörpert dieser Mord die „Erbsünde“, die erklärt, wie die Boulevardzeitung jahrelang ungestört agieren konnte. Die Parallele zwischen den beiden Fällen ist jedoch schwer nachzuvollziehen, insbesondere zu Beginn: Der Zusammenhang zwischen den beiden Handlungssträngen entwickelt sich erst nach und nach, und David Tennant durchbricht immer wieder die vierte Wand, um dem Zuschauer die Feinheiten der Ermittlungen direkt zu erklären, was den Erzählfluss stört. Trotz dieser Einschränkungen lohnt sich die Serie bis zum Ende, denn die dichte und gut recherchierte Geschichte beleuchtet eindrücklich die potenziellen Gefahren der Verflechtungen zwischen Medien, Finanz- und politischer Macht.
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