Die Nationalversammlung hat im Rahmen ihrer Beratungen zum Ripost-Gesetz zur alltäglichen Sicherheit mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung des Missbrauchs von Lachgas (Distickstoffmonoxid) verabschiedet. Die Abgeordneten bestätigten insbesondere das vom Senat bereits beschlossene Verbot des Verkaufs dieses Produkts an Privatpersonen und verschoben dessen Inkrafttreten auf den 1. Februar 2027, um den Vorgaben des europäischen Rechts zu entsprechen.
Härtere Strafen für Menschenhandel
Bis zum Inkrafttreten dieses Verbots haben die Parlamentarier die Strafen für den illegalen Handel mit Lachgas verschärft. Besitz oder Transport einer Menge, die einen per Dekret festzulegenden Schwellenwert überschreitet, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren und einer Geldstrafe von 7.500 Euro geahndet werden. Das Gesetz sieht außerdem die Schaffung spezifischer Straftatbestände im Zusammenhang mit dem Missbrauch dieser psychoaktiven Substanz vor, deren Konsum den Gesundheitsbehörden, insbesondere unter Jugendlichen, Anlass zur Sorge gibt.
Verkehrssicherheit, Rodeos und Hausbesetzungen stehen auf dem Programm.
Die Abgeordneten stimmten auch mehreren anderen Bestimmungen des Gesetzesentwurfs zu. Präfekten können künftig die Fahrerlaubnis von Personen mit wiederholtem Drogenkonsum präventiv entziehen, selbst wenn die Verstöße nicht im Zusammenhang mit dem Fahren stehen. Die Strafen für illegale Straßenrennen wurden durch die Ausweitung des Bußgeldverfahrens auf 800 Euro verschärft.
Der Text weitet das Verfahren zur Zwangsräumung von Hausbesetzern auch auf möblierte Touristenunterkünfte und Gewerbeimmobilien aus. Diese Maßnahme stieß bei linken Abgeordneten auf heftigen Widerstand, während der Rassemblement National und die Rechte eine Verschärfung der Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Besetzungen forderten.
Frankreich-Marokko macht seine Präsenz im Plenum spürbar.
Die Debatten wurden immer wieder durch das Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Frankreich und Marokko unterbrochen, das viele Abgeordnete auf ihren Handys und Computern verfolgten. Reaktionen auf die Tore der französischen Mannschaft führten immer wieder zu Unterbrechungen der Sitzung. Ko-Berichterstatter Xavier Albertini verkündete dem Parlamentspräsidenten sogar Kylian Mbappés Tor, während die Sitzungsleiterin Marie-Agnès Poussier-Winsback das Parlament über Frankreichs zweites Tor informierte, bevor sie die Sitzung kurz nach Mitternacht unterbrach.
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