JR verwandelt den Pont Neuf in eine riesige, immersive Höhle
JR verwandelt den Pont Neuf in eine riesige, immersive Höhle

Einundvierzig Jahre nach der legendären Verhüllung durch Christo und Jeanne-Claude erlebt der Pont Neuf eine weitere spektakuläre Metamorphose. Mitten in der Nacht begann der französische Künstler JR, die älteste Brücke von Paris mit einer gigantischen aufblasbaren Konstruktion zu verhüllen. Die Höhle des Pont NeufDiese monumentale Installation, die vom 6. bis 28. Juni kostenlos zu sehen ist, vereint optische Täuschung, Klangerlebnis und ephemere Architektur im Herzen der Hauptstadt.

Eine gigantische, von Höhlen inspirierte Installation

In der Nacht vom 20. auf den 21. Mai installierten mehrere Technikerteams die von JR entworfenen riesigen, schwarz-weiß-grauen Leinwände, die dem Pont Neuf das Aussehen einer Felsformation verleihen. Laut AFP erstreckt sich das Kunstwerk über 120 Meter Länge und erreicht Höhen von bis zu 18 Metern. Insgesamt werden fast 19.000 Quadratmeter Leinwand und 20.000 Kubikmeter Luft benötigt, um diese monumentale, fünf Tonnen schwere Konstruktion zu tragen.

Gefragt von Le ParisienJR beschreibt das Projekt als „ein riesiges Puzzle“, dessen Aufbau viele Stunden in Anspruch nimmt, bevor die Struktur nach und nach aufgeblasen wird. Der Künstler erklärt außerdem, dass er ein sinnliches Erlebnis schaffen möchte, bei dem die Besucher eine künstliche, in Dunkelheit gehüllte Höhle durchqueren, bevor sie auf der anderen Seite der Brücke im Licht wieder auftauchen. Die musikalische Komposition für dieses Erlebnis stammt von Thomas Bangalter, dem ehemaligen Mitglied des Duos Daft Punk.

Eine bewusste Hommage an Christo und Jeanne-Claude

Mit diesem Werk bekennt sich JR eindeutig zum Erbe von Christo und Jeanne-Claude, die 1985 den Pont Neuf mit einer Installation verhüllten, die seither historische Bedeutung erlangt hat. Laut LibérationDer Pariser Künstler sieht in solchen monumentalen Projekten eine Möglichkeit, einen Dialog zwischen kulturellem Erbe und zeitgenössischer Kunst zu schaffen. Er behauptet außerdem, Paris sei mittlerweile „eine der Städte, die monumentaler Kunst am aufgeschlossensten gegenüberstehen“.

Das besonders aufwendige Bauprojekt mobilisierte laut AFP rund 800 Menschen. Drei Wochen lang können Passanten die „Höhle“ Tag und Nacht kostenlos erkunden. Guides stehen bereit, um die Besucher bei diesem besonderen Erlebnis zu unterstützen. Die von der Stadt Paris geförderte und durch private Sponsoren finanzierte Installation unterstreicht einmal mehr JRs Vorliebe für spektakuläre städtebauliche Interventionen, die an seine Projekte rund um den Louvre und die Opéra Garnier in den letzten Jahren anknüpfen.

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