Der ukrainische Pianist, Komponist, Arrangeur und Lehrer Alexey Saranchin, auch bekannt unter seinem ukrainischen Namen Oleksiy Saranchin, starb am Mittwoch im Alter von 54 Jahren. Sein Tod wurde von der Kiewer Städtischen Musikakademie RM Glière bekannt gegeben, an der er viele Jahre unterrichtet hatte.
Ein plötzlicher Schlaganfall mitten in künstlerischer Tätigkeit
Der Musiker erlitt Berichten zufolge einen plötzlichen und schweren Schlaganfall. Kollegen berichteten, er sei während einer Probe zusammengebrochen, woraufhin Ärzte, Familie und Freunde ihm zu Hilfe eilten. Trotz aller Bemühungen verstarb der Pianist.
Ein Virtuose, der zwischen Charkiw und Kiew ausgebildet wurde
Alexey Saranchin, geboren am 13. Februar 1972 in Charkiw, etablierte sich als eine der führenden Persönlichkeiten des ukrainischen Jazz. Von Kindheit an am Klavier ausgebildet, setzte er sein Studium am Borys-Liatoshynsky-Musikkolleg und anschließend am Charkiwer Konservatorium fort. Ungewöhnlicherweise verfügte er zudem über einen juristischen Hintergrund und hatte einen Abschluss an der Nationalen Rechtsuniversität Jaroslaw der Weise erworben.
Der Klang einer Generation
Ab den 1990er Jahren beteiligte sich Saranchin aktiv an der Entstehung einer modernen ukrainischen Jazzszene. Er spielte mit der Gruppe Skhid-Side, arbeitete mit der Kyiv Big Band, der Denis Adu Big Band, dem Denys Dudko Quintett sowie mit zahlreichen ukrainischen und internationalen Musikern zusammen.
Von TNMK nach Vakartchouk, eine Reise jenseits der Grenzen des Jazz
Sein Talent reichte weit über den reinen Jazz hinaus. Zwischen 2005 und 2011 war er Mitglied der ukrainischen Gruppe Tanok na Maidani Kongo (TNMK), wo er Keyboard und Perkussion spielte. Außerdem arbeitete er mit Sviatoslav Vakartchouk am Projekt Vnochi sowie mit mehreren anderen führenden Künstlern der ukrainischen Musikszene zusammen.
Abseits der Bühne war Alexey Saranchin auch ein angesehener Lehrer. An der RM Glière Musikakademie in Kiew bildete er junge Musiker im Jazzpiano aus und vermittelte ihnen einen anspruchsvollen Ansatz, der gleichermaßen von der klassischen Tradition wie von der modernen Improvisation geprägt war.
Als Komponist und Arrangeur gründete er außerdem das Projekt „Blue Horse“, das der Geschichte des Jazz in der Ukraine gewidmet ist, und komponierte 2014 die Musik für den Kurzfilm „The Ultramarine Bird“. Sein Werk, seine Kooperationen und seine Rolle als Pädagoge machen ihn zu einer zentralen Figur der zeitgenössischen ukrainischen Musikkultur.
Ein Handwerker des Konzerts für den Frieden in Kiew
In einer auf Instagram veröffentlichten Geschichte Omar Harfouch Er hielt eine emotionale Rede zu Ehren von Alexey Saranchin, den er als seinen vorstellte. "musikalischer Freund"Der Komponist würdigte den Mut und die Würde des ukrainischen Pianisten und erinnerte an dessen Engagement während der Aufführung und Aufnahme des Friedenskonzerts in Kiew inmitten von Krieg und Bombenangriffen. Diese schlichte und persönliche Botschaft zeugt von der tiefen künstlerischen Verbundenheit der beiden Musiker.