Angehörige mehrerer Migranten, die bei dem schweren Erdbeben in Venezuela am 24. Juni ums Leben kamen, fordern von der Regierung Nicolás Maduro eine Entschuldigung und Aufklärung. Insgesamt 146 Menschen, darunter sieben Kinder, die erst wenige Stunden zuvor aus den USA abgeschoben worden waren, befanden sich in der Obhut des Geheimdienstes in einem alten Gebäude in La Guaira, als dieses einstürzte. Die genaue Zahl der Opfer und Überlebenden dieser Gruppe ist weiterhin unbekannt.
Laut den Familien wurden den Migranten nach ihrer Ankunft in Venezuela ihre Handys und persönlichen Gegenstände abgenommen. Oswadelis Nuñez, deren Sohn Daniel Alejandro Nuñez Ramirez im Alter von 28 Jahren starb, behauptet, dass die Anwesenden das Gebäude trotz zweier Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 auf der Richterskala nicht verlassen durften. Sie prangert außerdem das Fehlen eines Evakuierungsplans an, doch diese Vorwürfe wurden von den Behörden nicht bestätigt.
Beschwerden, die in Venezuela und im Ausland gemeldet wurden
Die Angehörigen der Opfer erwägen nun rechtliche Schritte vor venezolanischen Gerichten und internationalen Organisationen. Sie fordern die Anerkennung der staatlichen Verantwortung und eine Entschädigung für ihr Leid. Mehrere Familien hinterfragen zudem die Inhaftierung ihrer Angehörigen, insbesondere da diese ihren Angaben zufolge weder in den Vereinigten Staaten noch in Venezuela vorbestraft waren.
Die Zeugenaussagen deuten auch auf einen Informationsmangel nach der Katastrophe hin. Oswadelis Nuñez gibt an, fünf Tage lang in mehreren Krankenhäusern nach seinem Sohn gesucht zu haben, bevor er dessen Leiche in einer provisorischen Leichenhalle fand. Zwei Monate nach dem Erdbeben meldet die venezolanische Regierung landesweit 6.509 Todesopfer, hat aber noch keine Angaben zu den Opferzahlen der aus den USA abgeschobenen und im Internierungslager La Guaira festgehaltenen Migranten gemacht.
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